Original paper

Über die Entwicklungsgeschichte der Postglazialzeit in Hinterpommern auf Grund der Binnenmolluskenfaunen.

Menzel

Kurzfassung

Die Forschungen über die Entwicklungsgeschichte der Postglazialzeit gehen von unseren nordischen Kollegen aus und sind in den die Ostsee im Osten, Norden und Westen begrenzenden Ländern zu hoher Blute gediehen. Sie stützen sich hier einmal auf die marinen Faunen, die stellenweise durch den mannigfachen Wechsel in der Höhenlage zwischen Land und See seit dem Höhepunkte der letzten Vereisung ausgezeichnet erhalten sind; zum anderen haben sie den Gang der Entwicklung an der Hand der in den zahlreichen Mooren ausgezeichnet erhaltenen Pflanzenreste klargestellt und da- durch aufs genaueste die Bewegung der klimatischen Zustände während dieser Zeit festlegen können. Vereinzelt wurden diese Forschungen vor allem in Schweden und in Dänemark durch Untersuchung der Binnenconchylien ergänzt, die zu ganz denselben Resultaten wie die Pflanzenforschungen führten. In den südlichen Randgebieten der Ostsee fehlen uns über Tage Ablagerungen mariner Conchylien fast ganz. Die Ablagerungen aus früheren Stadien der Postglazialzeit sind nicht wieder aus der Ostsee emporgetaucht wie weiter im Norden, sondern ruhen unter dem Wasserspiegel begraben. Nur selten kommen sie durch Bohrungen und Baggerungen zutage. Auch die Verschiebungen zwischen Wasser und Land hatten ein geringeres Ausmaß wie weiter im Norden, wenngleich auch sie vorhanden sind. Auch die Untersuchung der Pflanzenreste versprach hier wenig oder gar keine Erfolge; denn, wenn auch die Zahl und Ausdehnung der Moore im südlichen Randgebiet der baltischen See recht groß ist so stammen sie doch meist aus jüngerer Zeit; ältere Torfablagerungen sind entweder nicht vorhanden oder wenigstens nicht aufgeschlossen.