Original paper

Über Pterodactylus micronyx H. v. Meyer.

Broili, F.

Kurzfassung

Die erste ausführlichere Beschreibung von Pterodactylus micronyx H. v. Meyer erhalten wir in v. Meyers klassischer Monographie über die Reptilien aus dem lithographischen Schiefer des Jura in Deutschland und Frankreich, worin er auch die Gründe darlegt, die ihn mit Recht zur Vereinigung von Pterodactylus Redenbacheri Wagner mit seinem Pterodactylus micronyx veranlaßten. Er schildert darin die bis dahin ihm bekannten beiden Exemplare, von denen das eine sich damals im Besitze des Herrn Redenbacher in Hof (Bayern), das andere in der Sammlung der ,Städtischen Universität in Pest" befand. Beide Stücke sind, wie uns Beschreibung und Abbildung lehren, nicht durch besonders gute Erhaltung ausgezeichnet, die einzelnen Knochen sind vielfach stark verworfen und jedem Exemplare fehlt der Kopf; immerhin sind Vorder- und Hinterextremitäten so gut erhalten, daß H. v. Meyer jene Maße, die ihn zur Aufstellung seiner Art berechtigten, abnehmen konnte: als specifische Eigentümlichkeit gegenüber den anderen Arten hebt er, von den Abweichungen in der Zahl der Zehenglieder abgesehen, besonders die ,gleiche Länge von Mittelhand und Vorderarm" hervor. In seinem späteren Aufsatz über ,Pterodactylus micronyx aus dem lithographischen Schiefer von Solenhofen" macht uns derselbe Autor mit einem weiteren Skelet der genannten Art bekannt, das unsere Kenntnisse über dieselbe wesentlich erweitert, da an dem betreffenden Exemplar neben anderen besonders gut der Schädel sich erhalten zeigt. Auch bei der Beschreibung dieses Stückes wird durch H. v. Meyer die gleiche Länge von Vorderarm und Mittelhand besonders betont und in Bezug auf diese Verhältnisse ebenso wie in der obigen Arbeit auf Pterodactylus Württembergicus (= Suevicus Qu.), bei dem die Mittelhand noch länger als der Vorderarm ist, Bezug genommen.