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Über Mineralfundorte in den Alpen und über Gesteinsmetamorphismus.

Koenigsberger, Joh.

Kurzfassung

I. Mineralfundorte. Als alpinen Typus der Minerallagerstätten kann man Mineral vorkommen auf kurzen Spalten definieren, deren Paragenese streng vom Nebengestein abhängig ist. Demgemäß zeigt auch das umgebende Gestein mehr oder minder stark eine Zersetzung und teilweise Auflosung. Chemisch in der Natur der Lösungsmittel, aber nicht genetisch und geologisch stehen die alpinen Mineralbildungen den epigenetischen Mineralbildungen auf Erzgängen nahe. Sie sind bei verhältnismäßig niederer Temperatur unter 500° entstanden; aus der Tiefe ist Wasser mit Kohlensäure, vielleicht mit etwas Chlor, aufgedrungen. Der wesentliche Unterschied besteht darin, daß sie stets nur Mineralien enthalten, deren chemischer Bestand durch Lateralsekretion aus dem Nachbargestein entnommen ist, daß ferner ihre Bildung nicht mit direkt nachweisbaren Intrusionen von Tiefengesteinen zusammenhängt, und daß ferner die Mineralbildungen nicht auf Gängen längs bestimmter Zonen erfolgten, sondern die Mineralklüfte auf viele 100 cbkm Gestein ziemlich gleichmäßig verteilt und voneinander getrennt sind. Ein weiterer fundamentaler Unterschied ist der, daß die alpinen Mineralklüfte eine klare eindeutige Sukzession besitzen, die überall nahezu die gleiche ist, und fast dieselbe wie die der späteren Drusenmineralien in Graniten (soweit diese unter 500° gebildet wurden), während bei den epigenetischen Bildungen der Erzgänge eine eindeutige Sukzession fehlt. Man kann 3 Unterabteilungen unterscheiden: die Kluftmineralien der sauren Gesteine (Eruptiva und krystalline Schiefer), die der basischen Gesteine (desgl.) und die der Sedimente spez. Kalksteine und Dolomite. Gemeinsam ist allen außer den oben erwähnten Eigenschaften noch die längliche Gestalt der Hohlräume, die deutliche, oft sehr starke Zersetzung des Gesteines um die Klüfte. Parallel damit gehen die bekannten dynamometamorphen Neubildungen von Epidot, Quarz, Albit, Orthoklas, Muscovit, Chlorit usw. im Gestein, auf die wir hier nicht eingehen wollen.