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Über den Pariser der Travertine von Taubach.

Siegert, L.

Kurzfassung

Den sogenannten ,Pariser" der Travertine von Taubach bezeichnet E. Wüst als Löß, den darin auftretenden Travertin erklärt er in seiner letzten Arbeit über Taubach für abnorm entwickelte Lößkindel. Der Horizont des Parisers besteht nach meinen Untersuchungen zum weitaus größten Teile aus einer Travertinbank. In sie eingelagert, über oder unter ihr liegend, auf kürzere Strecken sie auch vollständig vertretend, kommt außerdem noch Lehm und toniger Lehm vor. Schon das Tastgefühl zeigt, daß diese Lehme usw. kein Löß sein können. Sie sind dafür meist zu sandig, vor allem aber sind alle infolge eines höheren Tongehaltes weit plastischer als echter Löß. Eine exakte Prüfung dieser Sedimente vermittels der mechanischen Analyse durch Schlämmen führte zu dem gleichen Ergebnis. Die Schlämmanalysen von echtem Löß aus den verschiedensten Gegenden - geprüft wurden vorläufig solche aus der Magdeburger Börde, aus Thüringen und vom Niederrhein ergeben ein ganz charakteristisches Diagramm der Korngröße, dessen Typus Fig. 1 zeigt. Gekennzeichnet wird dieser durch das völlige Zurücktreten der groben Bestandteile bis zu 0,1 mm, durch das plötzliche ungemeine Vorherrschen der Korngröße von 0,05 bis 0,01 mm und durch das ebenso schnelle Zurücksinken des Prozentsatzes der allerfeinsten Teile. Den gleichen Typus des Korngrößendiagrammes weist auch künstlich oder natürlich entkalkter, aber noch auf primärer Lagerstätte befindlicher Löß auf, wie die Fig. 2 und 3 zeigen. Der Prozentgehalt der verschiedenen Korngrößen ist demnach wohl eine wesentliche, auch durch die Verwitterung unzerstörbare Eigenschaft des Lößes. Das Diagramm der Korngröße dürfte daher wohl mit eine der schärfsten Definitionen des Lößbegriffes sein, bei welcher alle subjektiven Momente, die jetzt eine große Rolle spielen und zu einem oft recht weiten Umfang des Lößbegriffes und damit zu manchen Mißverständnissen in der Lößfrage führen, völlig ausgeschlossen werden.