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Neuere Fortschritte in der Geologie und Paläontologie Griechenlands (mit einem Anhang über neue indische Dyas-Arten)

Renz, Carl

Kurzfassung

A. Zur Geologie der argolischen Küsteninseln. In einer im Jahrbuche der Österr. Geol. R. A. erschienenen, größeren zusammenfassenden Abhandlung über die Stratigraphie des griechischen Mesozoikums und Paläozoikums hatte ich den mittleren Teil der der Argolis vorgelagerten, langgestreckten Insel Hydra beschrieben. Inzwischen habe ich meine Untersuchungen im argolischen Archipel fortgesetzt und den südwestlichen Teil von Hydra, sowie mehrere der kleineren, Hydra benachbarten Inseln erforscht. Meine früheren Untersuchungen haben ergeben, daß die Insel Hydra aus triadischen und jungpaläozoischen Gesteinen zusammengesetzt ist. Unter den fossilführenden Gliedern der Trias beanspruchen karnische Halobien- und Daonellenschichten, sowie rote Trinodosuskalke in der für Bosnien bezeichnenden Ausbildung der Han-Bulog-Kalke das größte Interesse: Unter den jungpaläozoischen Bildungen habe ich fossilführende karbonische und dyadische Ablagerungen nachgewiesen, und zwar das Karbon zum erstenmal im Peloponnes, die Dyas überhaupt zum erstenmal in Griechenland. Diese ersten Ergebnisse ließen es mir wünschenswert erscheinen, meine früheren Studien auf Hydra wiederaufzunehmen. Auch jetzt konnte die große Verbreitung der älteren Trias und des jüngeren Paläozoikums in dem bisher noch nicht begangenen südwestlichen Teile der Insel Hydra, sowie auf den Inseln im Süden und Westen nachgewiesen werden. Die Insel Stavronisi erhebt sich 5 km von der Südküste Hydras als länglicher Rücken, der seinen flacheren Abhang der Hauptinsel, seinen Steilabfall dem offenen ägäischen Meere zukehrt. Die ganze Insel besteht aus Kalken, worunter auch dolomitische Partieen vorkommen. Der Kalk ist zum Teil grau, meist aber weiß und enthält an vielen Punkten Fusulinen, unter denen u.a. auch Fusulina japonica Gümbel vertreten ist. Schöne Fusulinen fanden sich z. B. auf der Nordseite zwischen einer kleinen Bucht und der auf halber Höhe gelegenen Kapelle Stavros, dann auch östlich dieser Kapelle, sowie oben auf der Höhe der Insel. Ein besonders schöner, rein weißer, marmorartiger Fusulinenkalk steht an der Ostspitze von Stavronisi an. Auf dem Hydra benachbarten Eiland Pettas treten petrographisch genau dieselben Kalke mit Fusulina japonica Gümbel auf. Diese große Fusulinenart ist hier mit Neoschwagerina globosa Yabe und Neoschwagerina craticulifera Schwager vergesellschaftet, so daß das altdyadische Alter der diese Foraminiferen führenden Kalke genügend gesichert erscheint. Infolgedessen werden auch die Kalke von Stavronisi ein gleiches Alter besitzen.