Original paper

Über eine Vergesellschaftung von Clymenien und Cheiloceren.

Born, Axel

Kurzfassung

Da ich es hier unternehme, Tatsachen bekannt zu geben, deren einwandfreie Deutung mir nicht möglich, sei es mir gestattet, zur Rechtfertigung dieses Verfahrens einige Worte zu sagen: Im Sommer 1911 hatte ich Gelegenheit, im Oberdevon Ostthüringens, speziell in der Gegend vom Bohlen, südlich Saalfeld, stratigraphische Untersuchungen anzustellen. Die Verhältnisse dort gestalteten sich schwieriger, als vermutet: Die Tektonik spielt hier eine nicht unbedeutende Rolle, die Mächtigkeit der einzelnen Horizonte ist relativ sehr groß, und die Häufigkeit der Fossilien war ebenso beschränkt, wie der Erhaltungszustand schlecht war. Die Arbeiten kamen daher in irgendeiner Beziehung zu keinem auch nur annähernden Abschluß. Auf Jahre hinaus bin ich nun durch anderweitige Arbeiten gebunden und verhindert, den geologischen Verhältnissen des ostthüringischen Oberdevons wieder näher zu treten. Daher entschließe ich mich, Tatsachen, die für weitere Arbeiten in diesen Gebieten von Nutzen sein können, der Öffentlichkeit zu übergeben. Es handelt sich, wie der Titel sagt, um ein gemeinsames Vorkommen von Clymenien und Cheiloceren. Die Beschreibung der Fauna erfolgt am Schluß in einem paläontologischen Anhang. Das gemeinsame Vorkommen ist beschränkt auf eine 10 cm mächtige Bank rötlichen, mürben Kalkes, die sich überall in der Gegend des Bohlen in dem etwa 150 m mächtigen Oberdevon nachweisen läßt, aber nur im sogenannten Reschwitzer Bruch, gegenüber der Bohlenwand, gut erhaltene Fossilien geliefert hat. Soweit das Oberdevon der Gegend des Bohlen bekannt ist, sind hier zwei mächtige Quarzithorizonte in den rötlichen Knotenkalk eingeschaltet, und zwar beide in der oberen Hälfte des etwa 150 m mächtigen Oberdevons. Ungefähr 11 m unterhalb der unteren Quarzitbank liegt nun die Grenze zwischen einer unteren Abteilung von etwa 65 m grobem und einer oberen Abteilung von 65-70 m feinem Knotenkalk. An dieser Stelle findet sich besagte Bank, die in ihrer ganzen Mächtigkeit von 10 cm dicht nebeneinander Clymenien und Cheiloceren, besonders letztere in außerordentlich großer Zahl, enthält.