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Die Genesis einiger Mineralien und Gesteine auf der silikatischen Nickelerzlagerstätte von Frankenstein in Schlesien

Krusch, P.

Kurzfassung

Für den diesjährigen Bergmannstag in Breslau haben Herr Beyschlag und ich u.a. auch die Beschreibung der Nickelerzlagerstätte von Frankenstein in Schlesien, die zu den interessantesten Vorkommen Deutschlands gehört, übernommen. Wenn auch die mikroskopischen Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind, so dürfte es sich doch empfehlen, schon jetzt an dieser Stelle auf einige Mineralien und Gesteine genauer einzugehen, da durch die bereits vorliegenden Resultate die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Untersuchungsergebnisse von Liebisch wesentlich ergänzt werden. Südöstlich des Zobten und nördlich von Glatz liegt bei Frankenstein der in der Literatur oft genannte Gläsendorf-Kosemitzer Serpentinzug (Fig. 1) in welchem die wasserhaltigen Nickel-Magnesia-Silikate von Frankenstein auftreten. Mit der Untersuchung dieser Lagerstätte habe ich schon einmal vor ca. 18 Jahren begonnen; damals mußte ich die Arbeit aufgeben, weil die genetische Erklärung der Erze auf unüberwindliche Schwierigkeiten stieß. Inzwischen hat unsere Kenntnis der Gele, zu denen viele der Mineralien von Frankenstein gehören, große Fortschritte gemacht, so daß es jetzt möglich ist, die Genesis dieser auf der Erde recht seltenen Nickelerzvorkommen in befriedigender Weise zu erklären. Die Nickelerzlagerstätte von Frankenstein in Schlesien stimmt in vieler Beziehung mit den bekannten bedeutenden Nickelerzvorkommen von Neu-Caledonien überein. Der oben erwähnte Serpentin nördlich von Frankenstein ist nach den Untersuchungen von Liebisch aus einem Olivingestein hervorgegangen, in dem sich in den Dünnschliffen ziemlich reichlich eine feinnadelige Hornblende nachweisen läßt. Wie die mikroskopische Untersuchung zeigt, ist die öl- bis zeisiggrüne Serpentinsubstanz, welche Körner von Chromeisen umschließt, durch einen beträchtlichen Olivingehalt mit Maschenstruktur ausgezeichnet.