Original paper

Die Smirgellagerstätten von Náxos nebst denjenigen von Iraklià und Sikinos.

Papavasiliou, S. A.

Kurzfassung

Während wir über das naxische Handelssmirgelgestein durch eine Reihe von Arbeiten ziemlich genau unterrichtet sind, fehlte uns bisher eine entsprechende Kenntnis der naxischen Smirgellagerstätten selbst. Was darüber existiert, sind kurze Mitteilungen von mir sowie einige andere Angaben, die aber auf ganz flüchtigen oder unvollkommenen Beobachtungen beruhen, daher mit den Tatsachen meist nicht übereinstimmen. Vorliegende Arbeit beruht auf eingehender Untersuchung der naxischen Smirgellagerstätten, und zwar speziell des Amómaxi-Gebietes, wo die Hauptlagerstätten konzentriert sind. Außer diesen behandle ich hier, aber nur beiläufig, die wenigen Smirgellagerstätten von Iraklià und Síkinos, zwei kleinen Inseln bei Náxos, die ich in flüchtigen Exkursionen kennen lernte. Über den Smirgel von Iraklià habe ich bereits einen kleinen Aufsatz veröffentlicht, meines Wissens den einzigen, der darüber existiert. Vom Síkinos-Smirgel hat meines Wissens nur Fiedler berichtet, er beschreibt aber das einzige dortige Smirgelvorkommen als einen Eisenstein. Da der Smirgel nicht bloß ein Erz im weitesten Sinne dieses Wortes, sondern auch- abgesehen von seiner relativ geringen Verbreitung - ein gemengtes krystallines Gestein ist, so hat seine wissenschaftliche Untersuchung mit gleichem Rechte in geologischer wie in petrographischer (bzw. mikroskopischer) Hinsicht zu erfolgen. Eine petrographische Untersuchung von einzelnen Smirgelproben von Náxos verdanken wir, wie schon erwähnt, Tschermak. Sie wurde 1893 durch die griechische Regierung veranlaßt, die sich über die mineralogische Beschaffenheit des naxischen Handelssmirgels, der ein Monopol der Regierung ist, genauer unterrichten wollte. Deshalb wurden wohl auch lediglich nur solche Proben zur Prüfung gesandt, die Repräsentanten des Handelssmirgels aus den verschiedenen Vorkommen waren. Eine planmäßige Entnahme von Proben fand daher nicht statt. In vorliegender Arbeit habe ich vorzugsweise die geologische Seite des Gegenstandes berücksichtigt, darum beruht sie auch in erster Linie auf makroskopischer Beobachtung. Aber auch mikroskopische Analysen, ergänzungsweise zu den vorhandenen, waren unentbehrlich. Ich ließ die Schliffe durch die Firma Dr. F. Krantz in Bonna. Rh. ausführen (34 mikroskopische Proben). Dazu ließ ich noch einige chemische Analysen und Bestimmungen des Schleifwertes von naxischen Smirgelproben anfertigen, erstere durch die Herren Analytiker Gans (Berlin), Zalokostas und Kyriakopoulos (Athen), letztere durch das Kgl. Materialprüfungsamt in Berlin und die Firma ,Vereinigte Schmirgel- und Maschinen-Fabriken" zu Hannover-Hainholz.