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Neu- und Umbildungen im Nebengestein der norddeutschen Salzstöcke

E. Harbort

Kurzfassung

Die eigenartigen geologischen und tektonischen Verhältnisse der norddeutschen Salzstöcke sind durch die zahlreichen Arbeiten und Diskussionen der letzten Jahre allgemein bekannt geworden und ebenso die drei verschiedenen Theorien, die aufgestellt wurden, um eine Erklärung für das Aufsteigen des Salzgebirges durch die oft einige Kilometer mächtigen Deckschichten zu geben. Diese drei Theorien sind kurz folgende: Auf der einen Seite steht die Lachmann-Arrheniussche, nach der das Salzgebirge aus endogenen Kräften heraus zu autoplasten Ekzemen durch die Deckgebirgsschichten hindurchwuchs, auf der andern Seite die von Stille vertretene extrem tektonische Theorie, wonach das Salzgebirge durch horizontalen Faltenschub im Kern von Triassätteln aufgewölbt wurde. Die Biskussion über diesen Gegenstand hat ergeben, daß meine vor mehreren Jahren über die Ursache des Aufsteigens der Salzmassen in unserer Gesellschaft geäußerten Anschauungen zwischen den beiden erwähnten Theorien stehen. Ich habe seinerzeit ausgeführt, daß diese Salzmassen in Norddeutschland auf vorgebildeten tektonischen Störungslinien unter dem Druck der im Verlauf des Mesozoikums und Tertiärs immer mächtiger anschwellenden Deckgebirgsschichten, also durch vertikal nach unten wirkende Druckkräfte, in die Höhe gepreßt worden seien. Das Salzgebirge müsse seinen heutigen Lagerungsverhältnissen entsprechend wie ein flüssiges Magma aufgestiegen sein. Daß es bei diesen Aufpressungsvorgängen innerhalb des Salzgebirges zu den mannigfaltigsten Faltungserscheinungen kam, ist allgemein bekannt; es ist aber auch weiter von vornherein anzunehmen, daß es dabei zu den verschiedensten Umkrystallisationen, Umbildungen und Neubildungen innerhalb des Salzgebirges, der Salzgesteine selbst gekommen sein muß. Auf diese Prozesse innerhalb des Salzgebirges will ich jedoch heute nicht eingehen. Es sind darüber speziellere Untersuchungen von seiten der geologischen Landesanstalt im Gange, über die demnächst durch die Herren Beyschlag und Seydel ausführlich berichtet werden wird.