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Flache Überschiebung oder Absenkung auf der Südflanke der Weißensteinkette bei Günsberg?

Gerth, H.

Kurzfassung

Infolge einer mehrmonatlichen Reise in der Cordillere ist es mir erst jetzt möglich, zu Buxtorfs ,Bemerkungen über den Gebirgsbau des nordschweizerischen Kettenjura, im besondern der Weißensteinkette" Stellung zu nehmen, in denen er den von mir in ,Beiträge zur Kenntnis der Tektonik des Ostendes der Weißensteinkette im Schweizer Juragebirge" niedergelegten Erklärungsversuch des Baues dieser Kette greift. Durch meinen Aufenthalt in Argentinien bin ich nicht in der Lage, alle von Herrn Buxtorf angeführten Punkt jetzt zu beurteilen, und muß ich mich auf die Besprechung einiger allgemeinerer Tatsachen beschränken. Dies glaube ich jedoch nicht unterlassen zu können, da in den Ausführungen Buxtorfs einige für den Kern der Frage ganz nebensächliche Punkte in den Vordergrund gestellt werden, so daß der Fernstehende leicht ein falsches Bild von der wahren Sachlage bekommen kann. Auf das Klusenproblem, das Buxtorf so schnell im Sinne Mühlbergs entscheiden zu können glaubt, will ich jetzt nicht eingehen, zumal mir ja für dieses Gebiet eine Entgegnung durch Herrn Mühlberg schon in Aussicht gestellt ist. Wenden wir uns also gleich dem Aufbruch der Weißensteinkette bei Günsberg zu. Um Mißverständnissen vorzubeugen, will ich die beiden Auffassungen hier noch einmal kurz klarstellen. Ich nehme an, daß bei der Auffaltung der Weißensteinkette das unmittelbar an das Gebirge grenzende Land in der Gegend von Günsberg nicht mitgehoben wurde, sondern etwas einsank. Hierdurch wurde der Südschenkel der Antiklinale steilgestellt, die Kalkhorizonte ausgedünnt und ausgezogen und die dazwischen liegenden mergeligen Schichten ausgequetscht; schließlich kam; es wohl auch zur Zerreißung der ausgedünnten Kalke.