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Die höchste marine Grenze auf Bornholm.

Praesent, Hans

Kurzfassung

In diesen Monatsberichten 1911, S. 47-77 kommt Herr Hauptmann W. Kranz in seiner Arbeit über ,hohe Strandlinien auf Bornholm" auf Grund eigener eingehender Untersuchungen zu dem Ergebnis, daß die höchste marine Grenze sich nur etwa 8-10 m über dem heutigen Mittelwasserspiegel der Ostsee findet, daß also die früheren dänischen Messungen (z. B. Forchhammer 12-13 m, Munthe 17 m) durchweg zu hoch seien. Dagegen erhob der auf Bornholm kartierende dänische Geologe V. Milthers Einspruch (ebenda S. 397-399) verteidigte die älteren dänischen Beobachtungen, bezeichnete sie als ,vielmehr ziemlich niedrig" und führte unter anderen hochgelegenen Vorkommen mariner Ablagerungen auch den höchsten bekannt gewordenen alten Strandwall an, indem er schrieb: ,Der höchste Punkt der marinen Grenze überhaupt findet sich im Norden auf Hammeren, ca. 250 m östlich Ton der Ruine ,Salomons Kapel", wo man ein Paar schwach ausgebildete Strandwälle und einen ganz kleinen Terrassenabsatz, bzw. 2-211/2-22 m ü. M. sieht." (S. 398). An diese wichtige Stelle war Herr Kranz, wie er mir mitteilte, bei seinen Begehungen nicht gekommen, und deshalb empfahl sie in seiner Erwiderung an Milthers (ebenda S. 566-569) einer Nachprüfung (S. 567) Auf persönliche Bitte des Herrn Kranz hin besuchte ich gelegentlich der diesjährigen Pfingstexkursion der Geographischen Gesellschaft zu Greifswald die fragliche Stelle bei Salomons-Kapel auf Hammeren. Mit Hilfe der Angaben Milthers' fand ich die alten Strandwälle sofort, wenngleich die von ihm erwähnten 20 m ü. M. liegenden Wälle mehr nordöstlich als östlich von Salomons-Kapel in 250 m Entfernung zu sehen sind. Mit einem 20 m - Meßband und einem schnellen Nivellement mit Meßlatte und Horizontalglas (unter Berücksichtigung des gleichzeitigen Pegelstandes im Hammerhavn) habe ich die beigefügte Skizze aufgenommen, woraus die Richtigkeit von Milthers' Beobachtungen an dieser Stelle vollauf zu sehen ist.