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Jura, Muschelkalk und Rötkalke in der Bohrung ,Schwarze Erde 14" bei Raesfeld.

Krusch, P.

Kurzfassung

Die Untersuchung der Bohrung ,Schwarze Erde 14" bei Raesfeld, von welcher mir durch liebenswürdige Vermittlung der Fürstlich Salm-Salmschen General Verwaltung regelmäßig Kerne zugehen, hat einige Ergebnisse gezeitigt, welche auch für weitere Geologenkreise von Interesse sein dürften. Unter der Unterkante der Oberen Kreide, welche anscheinend bei 264,26 m erreicht wurde, stellten sich Schichten ein, die in petrographischer Beziehung einen dunklen Mergelschiefer darstellen. Ein größerer mir zugegangener Kern ergab eine Reihe von Versteinerungen, unter denen von Herrn J. Böhm einwandfreie Arieten bestimmt wurden. Der Kern gehört also dem Lias alpha an. Ob zwischen Jura und Oberer Kreide noch eine geringe Mächtigkeit Unterer Kreide vorhanden ist, läßt sich nicht sagen, da nur ab und zu - ca. alle 50 m - ein Kern gezogen wird. Der Liasfund ist von großer Wichtigkeit, da es sich bei Raesfeld nach meiner Kenntnis um den östlichsten im westlichen Teile des Beckens von Münster handelt. Ich halte es jetzt allerdings nach dem mir vorliegenden Profil der Bohrung Lothringen 1, die noch weiter östlich liegt, nicht für unwahrscheinlich, daß auch hier Jura durchteuft wurde. Seit längerer Zeit bekannt ist das von den Herren Schulze-Buxloh und W. Bärtling aufgefundene und von J. Böhm bestimmte Doggervorkommen von Weseke (Polyplocusschichten), welches von der Fürstlich Salm-Salmschen Verwaltung in der letzten Zeit durch eine Bohrung untersucht wurde. Hier stehen die genannten Schichten des Unteren Dogger mit Toneisensteinkonkretionen zutage an; unter ihnen fand man - die Lagerungsverhältnisse sind gestört - u. a. einen Mergelschieferhorizont, der petrographisch recht ähnlich demjenigen der Bohrung ,Schwarze Erde 14" ist. Da die Bohrung bei Weseke gestoßen wurde, ist eine paläontologische Bestimmung leider unmöglich.