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Flachfallende, Alluviale Überschiebungen im holsteinischen Zechsteinanhydrit

Gagel, C.

Kurzfassung

Der Alberg, Alsberg oder Kalkberg bei Segeberg in Holstein ist 91 m hoch und überragt seine diluviale Umgebung um 50-60 m in sehr steilem Anstieg, so daß er seiner äußeren Form nach von älteren Geologen (L. v. Buch, Hoffmann, Volger) vielfach mit den Basaltkuppen Mitteldeutschlands und dem Hohentwiel verglichen ist. Der im Mittelalter von einer mächtigen Burg gekrönte Berg ist jetzt auf der Süd- und Ostseite durch den Abbau des Anhydrits und Gipses sehr stark zerstört, so daß kaum noch die Hälfte seines ursprünglichen Umfanges vorhanden ist und man an seiner jetzigen Ostseite die Reste des zerstörten ehemaligen Burgbrunnens der Länge nach durchgeschnitten erkennen kann Dieser jetzt noch vorhandene Rest des Alberges besteht aus auf dem Kopfe stehendem Anhydrit in verschiedener Ausbildung: bald dunkelgrau, bald hellgrau, bald fast weiß, z. T. einförmig gefärbt, z. T. gestreift, geflammt und schwarz gesprenkelt, oft fast dicht, dann feinkörnig bis ganz grobkörnig, vielfach durchzogen von nahezu senkrecht stehenden Streifen und Schnüren bituminöser Natur, die z. T. geradlinig, z. T. stark wellig und gekräuselt verlaufen. Z. T. ist der Anhydrit deutlich flaserig, oft auch direkt dünnschichtig aus hellen und dunklen Lagen von 1-3-10 mm, ja bis 2,5 cm Stärke aufgebaut, an denen man die völlige Saigerstellung und das sehr verschiedene - fast umlaufende - Streichen zweifellos feststellen kann, und es ist nicht zu verstehen, wie diese offensichtliche und schon von Hoffmann und Meyn sicher festgestellte Tatsache später von Haas bezweifelt werden konnte Stellenweise ist der - dann meist dunkelgraue und sehr feinkörnige - Anhydrit zwar so massig und klotzig, daß Schichtflächen nicht zu erkennen sind, aber auch hier findet man ab und zu die steilstehenden feinen, bituminösen Streifen und daneben die sicher erkennbare, senkrecht stehende; Schichtung.