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Aptychen von den Cap Verdeschen Inseln.

Hennig, Edw.

Kurzfassung

Herr Friedländer-Neapel überbrachte kürzlich dem Berliner geologisch-paläontologischen Institute von einer vulkanologischen Studien gewidmeten Reise nach den Cap Verde-Inseln einige Handstücke von dem im Südosten der Gruppe gelegenen kleineren Eiland Mayo. Die darin enthaltenen schwachen Fossilreste sollten vor allem, wenn möglich, Anhaltspunkte für gewisse auch in vulkanologischer Hinsicht wichtige Altersfragen liefern. Herr Geheimrat Branca vertraute mir die Stücke zur Bearbeitung an, wofür ich auch an dieser Stelle meinen ergebensten Dank zum Ausdruck bringe. Eine Hauptfrage konnte auf den ersten Blick befriedigend gelost werden: Die Handstücke waren beweisend für marines Mesozoicum, das bisher von keiner der Inseln dieser Gruppe bekannt war. Denn die einzigen erkennbaren Fossilien, waren Aptychen. Die Wichtigkeit gerade der Insel Mayo für die Vorgeschichte des Inselgebietes ist schon seit langem erkannt. Suess schreibt darüber (Antl. d. Erde, Teil III, S. 156): ,Wir verdanken Doelter die unerwartete Entdeckung, daß Mayo zum großen Teile nicht aus vulkanischen Felsarten, sondern als ein Stück älteren Landes aus Schiefer und Kalkstein aufgebaut ist." Gagel schreibt in seiner monographischen Studie über ,die mittelatlantischen Vulkaninseln" (Handbuch der regionalen Geologie Bd. 7, Heft 4, Heidelberg 1910; S. 7). ,Ein sehr erheblicher Teil im Osten der Insel wird von älteren Eruptivgesteinen ... und alten kristallinen Schiefern ... sowie von alten, steil (30°) gestellten, ausgedehnten Kalksteinen Dolomiten und Sandsteinen gebildet, die z. T. durch Phonolithmassive kontaktmetamorphosiert sind ... Hier auf Mayo liegt also zweifellos in erheblicher Verbreitung der Rest eines alten zerstörten Festlandes vor, der nur verhältnismäßig wenig von jungvulkanischen Produkten bedeckt ist." Die erwähnten Kalksteine werden also nach den Friedländer'schen Funden mindestens z. T. das Mesozoicum repräsentieren.