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Beiträge zur Geologie des. westlichen Kwenlun und Westtibets, nach Zugmayers Beobachtungen.

Leuchs, Kurt

Kurzfassung

Herr Erich Zugmayer in München übergab mir die auf seiner hauptsächlich zu zoologischen Zwecken 1906 unternommenen Reise gemachten geologischen Aufzeichnungen mit den von ihm gesammelten Handstücken zur Bearbeitung, wofür ich ihm meinen herzlichen Dank ausspreche. In Anbetracht des Umstandes, daß unsere Kenntnisse Tom geologischen Bau des Ton Zugmayer durchreisten Gebietes noch sehr gering sind, halte ich mich für berechtigt, die Ergebnisse der Untersuchung mitzuteilen, obgleich das vorliegende Material nicht sehr groß ist und sich überdies auf eine lange Strecke verteilt. Über den Reiseweg hat Zugmayer einen Bericht mit topographischer Karte veröffentlicht, welcher meinen Ausführungen zur Grundlage dient, auf welchen ich hiermit verweise. Zur Orientierung ist auch Blatt 62 in Stielers Handatlas, Ausgabe 1912, nützlich. Vom Südrand des Tarimbeckens südöstl. Khotan querte Zugmayer den westlichen Kwenlun zwischen dem 80. und 82. Grad ö. Gr. im Gebiete des Oberlaufes des Kerija-darja, reiste dann im allgemeinen in SW-Richtung durch Westtibet bis zu dem östlichsten der Panggongseen und zog schließlich durch einen Teil der Karakorumhauptketten nördlich dies Seenreihe in W-Richtung nach Ladakh. In orographischer und geologischer Hinsicht gliedert sich der Weg Zugmayers in 3 Teile. Es sind: 1. der westliche Kwenlun vom Südrand des Tarimbeckens bis zu dem Paß nördl. Baba Hatun oder Arasch, etwa in 351/2 Grad nördl. Br (auf Zugmayers Karte bis zu dem Paß südlich Lager 9); 2. das hochliegende Bergland zwischen dem eigentlichen Kwenlun im Norden und den Hauptketten des Karakorum im Süden (bei Zugmayer vom Paß südlich Lager 9 bis Lager 44); 3. das Gebiet der Karakorumhauptketten nördlich der Panggongseen (Lager 44 bis Lager 50).