Original paper

Die mitteljurassischen eisenerzführenden Tone längs dem südwestlichen Rande des Krakau-Wieluner Zuges in Polen.

v. Rehbinder, B.

Kurzfassung

Nachdem wir an vielen Profilen und Fundorten die mitteljurassischen erzführenden Tone kennen gelernt haben, können wir jetzt die dabei gewonnenen Resultate zusammenfassen. Direkt unter dem sein Hangendes bildenden Callovien anfangend und davon klar genug geschieden, kann dieser Komplex in folgende Zonen zerlegt werden: 7) Zone der Oppelia serrigera Waag., in der zwei Abschnitte unterschieden werden können: ein oberer, mit Vorwalten der typischen Opp. serrigera, die von Opp. latilobata Waag. und Opp. biflexuosa Orb. begleitet wird und ein unterer, mit Vorwalten der Opp. serrigera var. heterocostata n. var. in Begleitung der Opp. aff. latilobata. 6) Zone des Macrocephalites aff. Morrisi Opp. 5) , , Perisphinctes tenuiplicatus Brauns. 4) , der Parkinsonia compressa Quenst. 3) , , Parkinsonia Parkinsoni Sow. und Parkinsonia neuffensis Opp., charakterisiert durch häufiges Auftreten dieser Ammoniten, wogegen dieselben in 2) viel seltener und in wenig typischen Formen vorkommen. 2) Zone des Cosmoceras Garantianum Orb., charakterisiert, außer diesen Ammoniten, durch Parkinsonia discrepans Behr. mscr. und Belemnites giganteus Schl. 1) Das Liegende wird durch Sande und Sandsteine gebildet, welche die Zone des Stepheoceras Humphriesi und vielleicht noch ältere Schichten des Doggers enthält. Der Bestand der Fauna und ihre Verteilung nach Zonen sind aus den Tabellen am Ende dieser Schrift ersichtlich. Ohne mich hier in eine ausführliche Analyse dieser Fauna und ihrer Bedeutung für einen Vergleich mit anderweitigen Vorkommen desselben Zonen-Komplexes, was dem paläontologischen Teile vorbehalten sein muß, einzulassen, will ich hier doch einige Bemerkungen anknüpfen. Im allgemeinen kann man der Meinung Michalski's beistimmen, daß die polnischen mitteljurassischen erzführenden Tone am meisten ähnlich sind den gleichzeitigen Ablagerungen von Nordwestdeutschland. Dies gilt sowohl petrographisch als auch paläontologisch. Dieser Forscher nahm daher eine direkte Meeresverbindung zwischen Polen und Nordwest-Deutschland für diese Epoche an. Doch kann auch gleich ein unterschied angeführt werden: einige der charakteristischen Cephalopoden zeichnen sich bei uns dem Westen gegenüber durch kürzere geologische Lebensdauer aus. So ist Belemn. giganteus bei uns nur aus einer, der Garantianum-Zone bekannt (und könnte höchstens noch tiefer vorkommen), wogegen er in der westeuropäischen Literatur sowohl tiefer als bedeutend höher zitiert wird. Die Parkinsonien steigen dort bis ins Cornbrash, bei uns sterben sie mit dem Ende der compressa-Zone aus, und zwar ist in dieser Zone Park, compressa zugleich als der einzige und letzte Vertreter der Gattung vorhanden. Abgesehen von Zonen-Ammoniten und einigen seltenen Fossilien, kommen die meisten, allerdings nicht immer in gleicher Häufigkeit, in mehreren Zonen vor; ja, es gibt Formen, die im ganzen Komplex bekannt sind, z.B. Pholadomya Murchisoni und Phol. ovulum. Anderseits sind die ihre Zone charakterisierenden Park. Parkinsoni nnd neuffensis nicht ausschließlich ihrer Zone eigen, und die sonst für einen Zonen-Ammoniten geltende Oppelia fusca geht bei uns die Zonen Nr. 3, 4 und 5 durch.