Original paper

Die Endmoräne am Kordabfall des Rheinischen Schiefergebirges und ihre Beziehungen zur Talbildung.

Bärtling, R.

Kurzfassung

Über die Ausbildung des Diluviums im Niederrheinisch-Westfälischen Industriebezirk ist bereits im vorigen Jahre in dieser Zeitschrift berichtet worden. In dieser früheren Veröffentlichung wurde bereits ausgeführt, daß im nördlichen Teil des Niederrheinisch-Westfälischen Industriebezirks ein nordisches Diluvium vorherrscht, während im südlichen Teile in den Gebirgstälern nur ein einheimisches Diluvium zur Ausbildung gekommen ist. Im letzten Sommer konnten nun bei Arbeiten im Felde besonders die Beobachtungen über die Ausbildung und den Verlauf der Endmoränen und die Beziehungen beider Ausbildungsformen des Diluviums zueinander vervollständigt werden. Am längsten bekannt sind uns durch die Arbeiten von G. Mueller und P. Krusch die Endmoräne von Langendreerholz nordlich von Witten, die von mir bereits früher auf dem Meßtischblatt Bochum weiter verfolgt wurde. Dazu kam eine Endmoräne, die vor zwei Jahren bei Horde durch die Erweiterungsarbeiten am Güterbahnhof unter einer starken Lößdecke aufgedeckt wurde und bereits im Vorjahre (a.a.O.) beschrieben wurde. In neuerer Zeit konnten nun bedeutende Aufschüttungen glazialer Ablagerungen in der Umgebung von Kupferdreh, die ebenfalls als Endmoränen angesprochen werden müssen, nachgewiesen werden. Diese sind deswegen bemerkenswert, weil sie sehr tief in das alte Gebirge eingreifen. Von Steele aus entsandte das Inlandeis in das heutige Ruhrtal zwei Zungen, und zwar eine in der Richtung auf Kupferdreh, eine zweite in der Richtung auf Niederwenigern bis über Altendorf hinaus. Letztere hat endmoränenartige Bildungen nicht hinterlassen, sondern lediglich vereinzelte nordische Blöcke und an einigen Stellen auch Grundmoräne. Diese tritt nördlich von Altendorf unmittelbar am Ruhrtalrand unter der untersten Talterrasse frei der alten Zeche Katharina zutage.