Original paper

Vorbergbildung und Tektonik am Nordrand der Schwäbischen Alb.

Lang, Richard

Kurzfassung

Vom Neckarland aus bietet sich die Schwäbische Alb dem Auge des Beschauers als eine fast ununterbrochene hochragende Gebirgsmauer dar. Erst in größerer Nähe lost sich die Bergwand in zahllose Vorsprünge und Vertiefungen auf, die als unregelmäßige Zacken und Grate ins Vorland hinausragen oder als tief eingerissene Täler die Albmasse zerschlitzen. Da und dort erscheinen der Alb vorgelagert vereinzelte niederere oder höhere Kuppen und ,Bühle" oder steil ansteigende Vorberge, die fast die Hohe der Albhochfläche erreichen und als herrliche Aussichtspunkte auf den Steilabfall der Alb bekannt sind. Die Vorberge der Schwäbischen Alb sind letzte Reste, letzte Zeugen aus einer Zeit, da die Alb weiter nach Westen und Norden reichte. Sie überdeckte bekanntlich zur Miocänzeit noch die Gebiete des heutigen Stuttgart, und ist seit dieser Zeit unter dem Einfluß von Erosion und Denudation immer weiter nach Südosten zurückgewandert. An manchen Stellen fielen kleine Bezirke des Albmassivs langsamer der Zerstörung anheim als das umliegende Gebiet, und so trifft man heute entlang dem Nordrand der Alb die eben genannten Vorberge und Hügel, die aus irgendeinem Grunde noch nicht so tief abgetragen sind wie das sie unigebende Gelände. Es erschien mir nicht uninteressant, den Gründen nachzugehen, aus denen die Vorberge bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben sind. Zum Teil sind die Bedingungen für die Vorbergbildung schon lange bekannt, zum Teil mochte jedoch auch der Zufall eine ausschlaggebende Roll dabei spielen. Auch für diese anscheinenden Zufallsprodukte ließ sich ein tieferer Grund ihrer Existenz erkennen, wie dies im folgenden nachgewiesen werden soll. Schon nach den Gesteinen, aus denen die Vorberge vollständig oder mindestens bis zu einem gewissen Teile aufgebaut sind, kann man die Vorberge in zwei vollständig verschiedenartige Gruppen einteilen.