Original paper

Über Meteoritenfälle an Bord von Schiffen.

Wichmann, Arth.

Kurzfassung

Gelegentlich der Besprechung des 1809 an Bord eines auf offenem Meere fahrenden Schiffes gefallenen Meteoriten hatte ich übersehen, daß auch andere Fälle bereits in der Literatur Erwähnung gefunden haben. Da die Angaben z. Tl. noch an Unsicherheiten leiden, mögen auch diese Vorkommnisse einer Erörterung unterzogen werden. 1. Joh. Beckmann hatte bereits der Reisebeschreibun des Joh. Siegm. Würffbain die Angabe entnommen, daß nach einem Ton Blitz begleitenden Gewitter auf Deck felsenharte Steine gefunden worden seien. Diese Notiz wurde von E. F. F. Chladni übernommen und dabei zugleich das Ereignis in das Jahr 1643 oder 1644 verlegt. Aus dem erwähnten Journal geht aber hervor, daß es am 23. April 1645 stattfand, und zwar auf der am 12. desselben Monats auf dem Schiffe ,Wesel" von Surat aus angetretenen Fahrt nach Batavia. Wubffbains Erzählung lautet folgendermaßen: ,Den 23.% hatten wir guten Fortgang, obschon sehr trübes Wetter, ungefehr aber 2. Stund vor der Sonnen-Aufgang wurde es gantz still, darauf bekam sie einen schweren Blitz und starken Donnerschlag, durch ein Geschütz-Loch an der lincken Seite des Schiffes hinein, welcher wie ein schmaler Stral Feuers denj großen Mastbaum hinauflieff, als er nun ungefehr 3 Klafftet Hohe erreicht, hat er sich weit mit einem großen Knall zerspreuet, den Mastbaum angezindet und seinen Lauff bis zum äußersten Ende des Fahnensteckens verfolgt, wodurch vermeldeter Mast Ton unten an biß an das große Zwerg Holtz ... zerschmettert, der große Stang oder anders oben aufstehende Mastbaum gantz zerrissen und unbrauchbar gemacht, der Fahnenstöcke wie ein Geröhr zerknicket, der Knopff aber desselben gar hinweggeführet worden, solcher Brand nun wurde bald nechst Göttlicher Hülffe gelöschet, als es aber Tag ward, hat man so wohl auf dem Schiff als in dem Mastbaum unterschiedliche Felsen-harte Steine gefunden, welche dieser erschröckliche Strahl mit sich geführet hat.