Original paper

Über die Parallelisierung des deutschen und alpinen Muschelkalkes

Rassmuss, H.

Kurzfassung

Die Versuche, die deutsche und die alpine Trias zu parallelisieren, gehen bis auf L. V. Buch und F. v. Alberti zurück. Eine der ersten und die bisner fast einzig feststehende ist die im Jahre 1856 von Suess und Oppel in ihrer Arbeit ,Über die mutmaßlichen Äqurralente der Kössener Schichten in Schwaben" Torgenommene Gleichstellung des germanischen Rhät mit den alpinen Kössener Schichten. Biese sind in gleicher Weise in den lombardischen Alpen im Süden wie in den Nordalpen ausgebildet, und Schichten mit Avicula contorta dehnen sich ja im Bereich der germanischen Trias bis nach Frankreich aus, wo sie vielfach an der Basis des Lias über ältere Schichten transgredieren und daher von den Franzosen als Infralias zum Jura gerechnet werden. Die weite Verbreitung, die bei dem Flachseecbarakter der rhätischen Ablagerungen besonders bemerkenswert erscheint und auf eine große, aber sehr flache Transgression zurückgeführt werden muß, findet sonst keine Analoga beim Vergleich der alpinen und germanischen Trias. Höchstens konnte man noch die Ähnlichkeit des Buntsandsteins-besonders des Rot mit den Campiler Schichten-mit der skythischen Stufe anführen, die aber z.B. in den lombardischen Alpen zum Teil mit dem Perm verschmilzt. Der Vergleich des Muschelkalks und Keupers bereitet besondere Schwierigkeiten. Ein Vergleich auf Grund der Faciesverhältnisse und Meeresschwankungen, wie ihn v. Wöhrmann versuchte, ist bei der gänzlich verschiedenen Ausbildung der ,binnenmeerischenu" und ,ozeanischen" Sedimente unausführbar. Der auf ähnlicher rein geologischer Methode beruhende Versuch Langs, den mittleren Keuper (Bunte Mergel und Stubensandstein) Schwabens mit den Raibler Sandsteinen gleichzustellen, weil beider Entstehung eine Hebung des hypothetischen Vindelicischen Gebirges voraussetze, erscheint auf zu unsichere Daten gegründet.