Original paper

Über geologische Beobachtungen auf der Insel Elba.

Arlt, H.; Koenigsberger, Joh.

Kurzfassung

Seit den Zeiten G. v. Raths bietet die Insel Elba viele interessante geologische, petrographische und tektonische Probleme. Gelegentlich unseres gemeinsamen Besuches auf dieser Insel im April d. J. konnten wir einige neue Beobachtungen machen und auf Grund dieser zu den geologischen Streitfragen über die tektonischen Verhältnisse der Insel Stellung nehmen. Durch die zahlreichen Arbeiten Termiers, welcher Elba als ein ,pays des nappes" deutet, hat das Studium der Geologie von Elba neue Anregung erhalten. Die Insel Elba wurde zu einem Kampfplatz, auf dem die Ideen der modernen Deckentheoretiker mit den bisher geläufigen tektonischen Anschauungen über den Aufbau des Apenninengebirges zusammenstießen. So sind gelegentlich der Generalversammlung der Italienischen geologischen Gesellschaft in Portoferrajo und der damit verbundenen Exkursionen im September 1910 die von Termier gebrachten neuen Deutungen von den italienischen Fachgenossen allgemein abgelehnt worden. Für die Insel gibt es eine geologische Spezialkarte im Maßstab 1 : 50000, aufgenommen von B. Lotti, die - wie Termier hervorhebt-sich durch Sorgfalt und Objektivität der Eintragungen auszeichnet. Nach der Ansicht Lottis dem sich seine italienischen Fachgenossen auf ihrer Versammlung 1910 angeschlossen hatten besteht der östliche Teil der Insel aus einer schwach gewölbten, normalen Schichtenfolge, die sich über ,präsilurianischen Gneisen Glimmerschiefern und Marmoren" (pr1, pr2, pr3, pr4 der Karte Lottis) aus paläozoischen, mesozoischen und tertiären Horizonten aufbaut. Ein Einbruch längs einer N-S streichenden Verwerfung in der mittleren Zone der Insel bringt eine Wiederholung dieser Schichten gegen Westen hin. Dort und auch in der Mittelzone treten die tertiären Granite und Porphyre auf, welche die genannten Schichten durchbrechen.