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Diluviale Flußablagerungen im Gebiete der Rodach.

Henkel, L.

Kurzfassung

In den hier zu besprechenden Ablagerungen sind organische Reste bisher nicht gefunden worden. Wenn sie daher als diluvial bezeichnet werden, so geschieht es auf Grund eines Analogieschlusses. Sie stimmen in ihrer Zusammensetzung überein mit dem Kies der jetzigen Flüsse, und in benachbarten Gegenden, wo eine sichere Altersentscheidung möglich war, haben sich solche Absätze immer als diluvial herausgestellt, während erweislich tertiäre ganz abweichend davon ausgebildet sind. Die Rodach, die sich oberhalb Lichtenfels in den Main ergießt, sammelt das Wasser einer Anzahl von Flüßchen und Bächen des Frankenwaldes. Solange diese Gewässer in dem Schiefergebirge fließen, sind ihre Täler eng, erst in den weicheren Schichten des Rotliegenden und der Trias weiten sie sich aus. Ganz ebenso ist es offenbar in früheren Stillstandsperioden der Tiefenerosion gewesen. In den harten paläozoischen Schichten hat die Kraft der Seitenerosion nicht hingereicht, eine breite Talaue zu schaffen, beim erneuten Einschneiden des Flusses konnten daher keine Reste einer solchen als Terrassen erhalten bleiben. Nur im letzten Stück des Laufs im Schiefergebirge ist wenigstens morphologisch Terrassenbildung zu erkennen, von den Ablagerungen des alten Talbodens aber nichts erhalten geblieben. Die Flußablagerungen des Rodachgebiets gliedern sich in drei Gruppen: 1. Ablagerungen der oberen Terrasse. 2. Ablagerungen der unteren Terrasse. 3. Ablagerungen der jetzigen Flußauen. Ablagerungen der oberen Terrasse: Ablagerungen der Rodach: 1. Am Ruppen, ungefähr 11/2 km östlich von Kronach (bayrisches Meßtischblatt Kronach), ist durch einen Sandsteinbruch der Kies der oberen Rodachterrasse aufgeschlossen. Man beachtet dort folgendes Profil: 11/2 m Gehängeschutt, hauptsächlich aus Wellenkalk des nahen Kreuzberges bestehend; 2 bis 3 m sandiger Lehm mit Schmityen von Kies und von Mergel; 2 m Rodachkies; untere Grenze bei 341 m, also 30 m über dem Fluß. 4 m Buntsandstein.