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Die Gliederung des französischen Pliocäns und Pleistocäns.

Wiegers, Fritz

Kurzfassung

Die wissenschaftliche Erforschung des Quartärs in Frankreich hat bisher noch nicht den Erfolg gehabt, daß die diluvialen Bildungen links und rechts des Rheins miteinander in Beziehungen gebracht werden konnten. Für das alpine Diluvium haben die glänzenden Untersuchungen Pencks eine hernach durch vielfache Spezialuntersuchungen bestätigte Viergliederung ergeben, und in Norddeutschland haben die exakten Arbeiten besonders der Preußischen Geologischen Landesanstalt den Nachweis von drei Eiszeiten geliefert, die nach der heute gültigen Auffassung mit den drei letzten alpinen Eiszeiten parallelisiert werden. Zu der Dreiteilung des französischen Diluviums, wie sie uns Boule, Lapparent u. a. gaben, aber fehlt jede Verbindung. Es bestellt allerdings in Frankreich eine große Schwierigkeit in der richtigen Bewertung des Quartärs, weil eine größere Vereisung und somit über einen größeren Raum verbreitete Glazialbildungen fehlen. Deswegen können die französischen Diluvialbildungen auch nur schwer aus sich heraus richtig gegliedert werden, sondern lediglich im engsten Hinblick auf die deutschen, bzw. die alpinen Eiszeitablagerungen. Die vergleichenden Untersuchungen, die ich selbst im Frühjahr und Herbst 1912 in Frankreich angestellt habe, sind ausgegangen von der Absicht, für das geologische Alter des vorgeschichtlichen Menschen neue Anhalts- und Vergleichspunkte zu finden. Da jedoch die angeblich ältesten französischen Werkzeuge des vorgeschichtlichen Menschen bereits im Tertiär gefunden sein sollen, so möchte ich kurz auch auf die obere Abteilung dieser Formation eingehen. Das Pliocän: In Deutschland lassen wir das Pliocän beginnen mit limnisch-fluviatilen Ablagerungen, die eine reiche Säugetierfauna führen. In den fanden von Eppelsheim in Rheinhessen und in den Dinotherienschichten von Ulm sind gefunden worden: Dinotherium giganteum Mastodon longirostris Rhinoceros Schleiermacheri Hipparion gratile u.a.