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Die zoo - geographische Stellung des süddeutschen oberen Juras

Salfeld, H.

Kurzfassung

Von der Ansicht Neumayrs, daß die Verteilung der Faunen zur Jurazeit Zonengürteln auf der Erde entspräche, sind fast alle späteren Autoren, welche sich mit diesem Gegenstande beschäftigten, abgekommen. Von neueren Arbeiten will ich hier besonders zwei zusammenfassende herausgreifen: Haug: Traité de Géologie, und Uhlig: Die marinen Reiche des Juras und der Unterkreide. Beide sehen in der Öffnung und Schließung von Meeresstraßen zwischen den verschiedenen Meeresbecken ein sehr wichtiges Moment für die Herausbildung oder Verwischung von faunistischen Differenzen. Trotz dieser Arbeiten hat man sich immer noch nicht recht entschließen können, den oberen Jura Mitteleuropas als zoo-geographische Einheit aufzugeben. Mit anderen Worten: man betrachtet auch heute noch den süddeutschen, schweizer, mittel- wie nordfranzösischen, englischen und nordwestdeutschen oberen Jura gern als eine Faunenprovinz, in der im südlichen Teile der mediterrane (äquatoriale Haug), im nordlichen der boreale Einfluß überwiegt. Auf das Verhältnis des süddeutschen oberen Juras zum mediterranen will ich hier nicht eingehen, da ich kein neues Material zur Beleuchtung dieser Frage beibringen kann. Die nahen Beziehungen zwischen den Ammonitenfaunen des süddeutschen, schweizer, mittelfranzösischen und Krakauer oberen Juras sind genügend bekannt. Der gemeinsame Zug in den Ammonitenfaunen dieser neritischen Gebiete liegt in dem häufigen Vorkommen von Oppelien, der Gruppe des Peltoceras bimammatum, der Gruppe des Idoceras planula Hehl und balderum Oppel, der Gattung Sutneria und der Gruppe des Perisphinctes involutus Quenstedt (Involuticeras Salfeld). In welchem Maße gerade diese letzteren Gruppen, Derivate von Perisphinctes, an der Zusammensetzung der Fauna des mediterranen oberen Juras beteiligt sind, müssen die Erfahrungen erst lehren; vorhanden sind sie jedenfalls.