Original paper

Exkursion nach dem Kaiserstuhl

Soellner, J.

Kurzfassung

Mittwoch, den 6. August, früh 5.54 Uhr, fuhren die Exkursionsteilnehmer von Freiburg Hauptbahnhof über Gottenheim nach Bötzingen. Yon da ging es zunächst durch Oberschaffhausen an den Fohberg zur Besichtigung der Steinbrüche in wollastonitreichem Phonolith. Außer in feiner Verteilung in Form Ton kleinen seidenglänzenden Nadeln konnte Wollastonit auch in größeren Knollen als Einschluß im Phonolith gesammelt werden. Des weiteren fanden sich Einschlüsse mit titanhaltigem Melanit, sog. ,Schorlomit", Einschlüsse von bläulichem Marmor, von einer Wollastonitzone umgeben, usw. Ferner auf Drusen Natrolith. Unmittelbar hinter der Steinbrecherhütte in dem letzten großen Steinbruch an der Landstraße wird der Phonolith von einem Gang von Monchiquit durchsetzt. Der Monchiquit zeigt gegen den Phonolith ein typisches braunes, glasreiches Salband. Von da führte der Weg weiter nach Westen aufwärts bis auf die Höhe beim Paß Vogelsäng, Ton wo aus ein Überblick über die zentralen Teile des Kaiserstuhles mit seinen charakteristischen kahlen Kalkbergen möglich War. Vom Paß Vogelsang ging es über Vogtsburg an den Fuß des Badberges, eine große Kalkscholle im Innern des Kaiserstuhls, die hochgradig kontaktmetamorph verändert ist. Beim Badloch bei Vogtsburg gewährte ein größerer Steinbruch einen Einblick in den petrographischen Charakter des Kalkes. Es ist ein körniger Kalk, der durch einen hoben Gehalt an Biotit und stellenweise von Dysanalyt als Kontaktmineralien ausgezeichnet ist. Auf halber Hohe des Steinbruches zeigt der Marmor eine deutliche Bänderung, welche auf die ursprüngliche Schichtung des Kalkes hinweist. Die Bänderung fällt sehr steil nach Westen ein, deutet also darauf hin, daß die Scholle aus ihrem ursprünglichen Verbände losgerissen und steil gestellt sein muß. Im Hintergrund der kleinen Talrinne heim Badloch wird der Marmor von einem schmalen Gang von Glimmertinguaitporphyr durchsetzt. Vom Exkursionsleiter wurde darauf hingewiesen, daß die Kalkscholle des Badberges nicht in allen ihren Teilen die gleiche Mineralführung besitzt.