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Zur Kenntnis der Ammonitenfauna des portugiesischen Lias

Meister, Ernst

Kurzfassung

I. Abriß der Stratigraphie des mittelportugiesischen Lias: Die erste grundlegende Arbeit über den Lias von Portugal verdanken wir P. Choffat. Seine ,Etude stratigraphique et paléontologique des terrains jurassiques du Portugal" geben in Kürze ein vollständiges Bild sowohl von der Stratigraphie, wie auch von der Fauna der Jurabildungen von Mittelportugal. Diese Arbeit ist bisher die einzige geblieben, die das ganze Gebiet umfaßt. Vor einigen Jahren beschrieb Pompeckj einige neue Arten von Arietites aus dem portugiesischen Unterlias. Hierdurch wurde von neuem erwiesen, daß die ihrem stratigraphischen Umfang nach zweifelhaften ,couches de Coimbra" von der Angulatus- bis zur Obtususzone reichen. Im Frühjahr 1909 bereiste Herr Dr. Carl Renz den Liasdistrikt von Casalcomba, über den bisher genauere Untersuchungen fehlten. Das umfangreiche Fossilmaterial, das auf diesen Reisen gesammelt wurde, lieferte eine Reihe wichtiger Angaben zur Stratigraphie des portugiesischen Lias, die in der kürzlich erschienenen Arbeit ,C. Renz: Stratigraphische Untersuchungen im portugiesischen Lias" veröffentlicht wurden. Mit Ausschluß der Brachiopoden überließ mir Herr Dr. Renz in liebenswürdiger Weise das gesamte Material zur paläontologischen Bearbeitung. Es ist mir eine angenehme Pflicht auch an dieser Stelle Herrn Dr. Renz hierfür, sowie für die mir zuteil geworgene Förderung meiner Studien aufrichtigst zu danken. Im folgenden wurde nur die reichhaltige Ammonitenfauna bearbeitet. Die noch übrigen Fossilien, vornehmlich Belemniten und Zweischaler, ferner Pleurotomaria expansa Sow., Pentacrinus subangularis Mill., Serpula gordialis Schloth. und Serp. plicatilis Münster blieben vorerst unberücksichtigt. Bevor ich zur paläontologischen Beschreibung der einzelnen Arten übergehe, gebe ich im Anschluß an die oben zitierte Literatur einen kurzen Überblick über die Entwicklung des portugiesischen Lias nördlich des Tajo. Unterlias: Im portugiesischen Jura sind zwei Entwicklungstypen zu unterscheiden, die durch eine etwa dem Lauf des Tajo entsprechende Linie voneinander getrennt sind. Das nördliche Gebiet gehört der mitteleuropäischen, neritischen Randzone, der südliche Distrikt vornehmlich in der Provinz Algarve der Tethvs des mediterran-kaukasischen Jurareiches (Uhlig) an.