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Stratigraphie und Bau der argentinischen Kordillere zwischen dem Rio Grande und Rio Diamante.

Gerth, G.

Kurzfassung

In der Kontroverse Uhlig-Burckhabdt über die Beziehungen der Ammonitenfauna des andinen Reichs haben die Formen der Ablagerungen des Kimmeridge, Tithon und Neocom in der argentinischen Kordillere eine große Rolle gespielt. Durch Behrendsen, Steuer, Burckhardt, Haupt und Douvillé ist aus diesen Schichten eine mannigfaltige Fauna beschrieben worden, aber die Lagerungsverhältnisse der Fossilien waren an Ort und Stelle noch nicht genau untersucht und klargestellt. Im Auftrage der argentinischen Regierung habe ich nun das Stück der Kordillere zwischen dem Rio Diamante und dem Rio Grande untersucht, in dem die meisten der früher ausgebeuteten Fundpunkte liegen. Bei dem Interesse, das diese Ablagerungen beanspruchen, auch in betreff der kurzlich von Dacqué wieder angeschnittenen Frage nach der Existenz eines pazifischen Kontinents im jüngeren Mesozoicum, mochte ich meine stratigraphischen Resultate schon jetzt hier vorläufig mitteilen. Sie bringen in die vertikale Verbreitung der beschriebenen Arten etwas Klarheit, zeigen aber auch, daß bei dem heutigen Zustande unserer Ammonitensystematik der Paläontologe, der, ohne die Lagerung zu kennen, allein aus seinen Bestimmungen Rückschlüsse auf das Alter der Schichten macht, leicht zu Ergebnissen kommt, die von den tatsächlichen Verhältnissen nicht unerheblich abweichen. Die ältesten Bildungen, die in diesem Teil der Kordillere zutage treten, sind bunte Porphyre und eng mit ihnen verknüpfter Granit; an Stelle des letzteren treten im Osten rote Quarzporphyre und Quarzporphyrtuffe, deren Decken auch am Aufbau der vorgelagerten Sierra Pintada beteiligt sind. Auf der unregelmäßigen Oberfläche dieser Formationen liegt in der Kordillere allgemein das Transgressionskonglomerat des Lias. Die Litoralfacies am Rande des Gebirges besteht aus Sandsteinen und Konglomeraten, die in Senken des Untergrundes, wie am Atuel, eine bedeutende Mächtigkeit erreichen.