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Beitrag zur Geologie der nordsächsischen Grawackenformation.

Weise, E.

Kurzfassung

In dem nördlichen Sachsen erstreckt sich von Lauban über Görlitz herziehend eine mächtige, z. T, bis 10 km breite Ablagerung von Grauwacken und Grauwackenschiefern bis zum Colmberge bei Oschatz, welche man als nordsächsische Grauwackenformation bezeichnet hat. Sie lagert einerseits auf einem großen Teile ihrer Erstreckung, namentlich mit ihrem Südrande dem Lausitzer Granit, hier durch diesen metamorphosiert, auf; andererseits wird sie nach N. hin von diluvialem Sand und Schottern der Lausitzer Bäche und der Elbe überlagert. Ihre größte von Schotterbedeckung freie Ausladung besitzt sie in der Gegend von Elstra, Kamenz und Königsbrück, wo sie die letzten zur norddeutschen Tiefebene abfallenden Berge dieses Teiles der nördlichen Lausitz bildet. Während ihre Zugehörigkeit zum Palaeozoicum seit langer Zeit schon außer Zweifel stand, blieb ihre Stellung innerhalb dieser Formationsgruppe bis in die neuere Zeit unsicher infolge der Verwischung des normalen Gesteinscharakters durch Kontaktmetamorphose auf weite Strecken hin, sowie infolge des scheinbar absoluten Mangels an organischen Resten. Auf den für sie in Frage kommenden Blättern der geologischen Spezialkarte von Sachsen wurde sie wegen ihrer nahen räumlichen Beziehungen zum Silur diesem, und zwar der unteren Stufe desselben, zugeteilt, wie dies auch von Gürich bezüglich der Görlitzer Grauwacken geschah. Nachdem in den siebziger und achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts das vogtländische Palaeozoicum einer eingehenden Untersuchung und Kartierung unterzogen worden war, erteilte mir im Jahre 1891 die Direktion der sächsischen Landesuntersuchung den Auftrag, die Lausitzer Grauwackenformation mit den ähnlichen Ablagerungen im Vogtlande zu vergleichen und die geologische Stellung jener zu ermitteln.