Original paper

Über Ricnodon cf. dispersus Fritsch aus dem böhmischen Obercarbon.

Hummel, K.

Kurzfassung

Bei der Untersuchung von Fossilien der Nürschaner Gaskohle aus dem Besitze der Münchener Staatssammlungen fand sich das recht gut erhaltene Skelett eines Mikrosauriers, der, vor allem nach der Beschaffenheit seines Schuppenpanzers, zur Gattung Ricnodon Fritsch gestellt werden muß und am meisten Ähnlichkeit mit der Spezies R. dispersus Fritsch aufweist. Fritsch beschreibt von dieser Gattung nur sehr mangelhafte Überreste, während das vorliegende Stück die Schädeloberseite und die ganze Rumpfwirbelsäule sowie den Bauchpanzer im Zusammenhang erkennen läßt. Das Tier ist in einer Länge von etwa 18 cm erhalten. Da vom Schwanz aber nur ein kurzes Stück vorhanden ist, so mag das ganze Tier wohl 23-25 cm lang gewesen sein. Davon entfallen auf den Kopf etwa 25 mm, auf den Rumpf etwa 11,5 cm. Der Bauchpanzer ist sehr kräftig entwickelt. Er erstreckt sich über die ganze Länge des Rumpfes und auch über den Schwanz, soweit dieser überhaupt erhalten ist. Die einzelnen Schuppen sind sehr groß, etwa 3-31/2 mm lang und 2 mm breit. Sie stehen in zahlreichen Querreihen und überdecken sich dachziegelförmig, so daß nur etwa das hinterste Drittel frei bleibt. Sie sind mit Längsstreifen versehen, die nach hinten schwach konvergieren. Der Hinterrand ist verdickt und quer gekerbt. Schuppen der Rückenseite lassen sich nicht mit Sicherheit nachweisen. Die Rumpfwirbelsäule besteht aus etwa 34 lepospondylen Wirbeln. Die oberen Bogen sitzen vorn auf den Wirbelkörpern auf und zeigen sehr kräftig entwickelte, nach hinten ausgezogene Dornfortsätze. Sämtliche Rumpfwirbel scheinen Rippen tragen zu haben. Die Rippen sind zweiköpfig, leicht gekrümmt und erreichen in der Mitte des Korpers etwa 31/2 fache Wirbellänge, während sie vorn und hinten etwas kürzer sind Die vordersten Rippen, etwa 10 Paare, sind distal verbreitert, die übrigen zugespitzt.