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Verwitterungserscheinungen der Auflagerungsfläche des sächsischen Cenomans.

Pietzsch, Kurt

Kurzfassung

Die Ablagerungen der Kreideformation beginnen in Sachsen mit cenomanen Schichten, welche diskordant auf paläozoischem Gebirge auflagern. Dieses ist gerade im Verbreitungsgebiet der Kreide recht kompliziert gebaut, und zwar beteiligen sich an seiner Zusammensetzung in der Hauptsache: die altpaläozoischen Schieferkomplexe des sog. Elbtalschiefersystems, Teile des Lausitzer Granitmassivs, des Meißener Syenit-Granit-Massivs und ihrer Kontakthofe, ferner Bildungen der Rotliegendzeit und auf große Strecken auch Teile des erzgebirgischen Gneissystems. Die Auflagerungsfläche der Kreide auf das ältere Gebirge faßt Hettner als eine Abrasionsfläche im Sinne Richthofens auf; nur besonders widerstandsfähige Gesteinsmassen seien in dieser Ebene als Riffe oder Inseln stehen geblieben. Da die ideale Auflagerungsfläche mit etwa 2-3° nach Nordosten zu einfällt, und da außerdem die Kreideformation nach Osten hin durch die große Lausitzer Hauptverwerfung abgeschnitten wird, so ist das Grundgebirge der Quadersandsteinformation vor allem längs des westlichen Randes ihres Verbreitungsgebietes aufgeschlossen, d.h. ungefähr in der Umgebung der Orte Freiberg, Tharandt, Dippoldiswalde, Gottleuba, Tissa, wo überall häuptsächlich erzgebirgische Gneise den Untergrund der Kreide bilden. Die Auflagerungsfläche des Cenomans verdient deshalb besondere Aufmerksamkeit, weil sie fast an allen den Stellen, wo sie beobachtet wurde, eigentümliche Verwitterungserscheinuogen aufweist. So berichtet schon R. Beck über ihre Beschaffenheit im Gebiete der Sektion Berggießhübel: ,Durchweg haben die Gesteine des Grundgebirges da, wo sie vom Quader noch heute überlagert werden, oder dort, wo sich ehedem die Auflagerungsfläche befand, eine ziemlich tiefgreifende, sehr auffällig hervortretende Röthung erfahren, welche durch Ansammlung von Eisenoxydverbindungen in dem stark zersetzten Untergrund erzeugt ist".