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Der geologische Aufbau der Gebirge um das Kopaisbecken (Mittelgriechenland).

Renz, Carl

Kurzfassung

Zusammenfassung und Vergleiche. Am Aufbau der Gebirge im Norden des Kopaisgrabens beteiligen sich außer der schon bekannten Kreide noch jurassische und triadische Gesteine. Die älteren mesozoischen Kalke werden von den cretazischen, durch Rudisten gekennzeichneten grauen Kalkmassen durch einen Hornstein-Serpentin-Komplex getrennt. Unter jenem Komplex lagert eine mächtige Kalk- bzw. Dolomitmasse, die vom oberen Jura bis zur Trias hinunterreicht und das wichtigste gebirgsbildende Element dieses Gebirgsabschnittes darstellt. Die stratigraphische Gliederung der betr. Schichtenfolge wird durch die Fossilarmut der Kalke und Dolomite sehr erschwert, doch finden sich zwei charakteristische Fossillager. Der Dolomit bildet die Basis der Schichtenreihe; er enthält in seinem oberen Teil Gyroporellen und Megalodonten. Darüber folgt ein Komplex geschichteter dunkler Kalke, der in seiner unteren Partie Megalodonten enthält, also noch der Obertrias oder dem Unterlias angehört. Im oberen Teil dieser mindestens 3-400 m mächtigen Kalkmassen finden sich horizontal weit durchgehende Bänke mit Cladocoropais mirabilis Felix, einer zu den Spongiomorphiden gehörigen Koralle, die bisher noch aus gleichartigen oberjurassischen und prätithonischen Kalken Dalmatiens bekannt ist und auch in Griechenland, den Lagerungsverhältnissen nach zu urteilen, den gleichen Horizont einnehmen wird. Die eben geschilderte Schichtenfolge und Facies-Entwicklung herrscht in den Schollengebirgen nördlich des Kopaisgrabens, d.h. in den Gebirgen um das Kopaisbecken, in den Lokrischen Gebirgen (Saromatagebirge, Epiknemidisches Gebirge, Chlomosgebirge) und im Oeta (Xerovunihorst). Das Streichen dieser Schollengebirge nördlich des Kopaisgrabens ist ein west-östliches, so daß sich die gleiche Entwicklung vermutlich noch jenseits des atalantischen Sundes auf Euboea fortsetzt. Die facielle Ausstattung der die Gebirge nördlich und südlich des Kopaisgrabens zusammensetzenden Ablagerungen zeigt wesentliche Unterschiede. Die triadischen Bildungen sind ziemlich gleich, in den nördlichen Gebirgen nur mehr dolomitisiert. Dagegen fehlen die in dem nördlichen Gebirgsstrich so weit verbreiteten dunkeln oberjurassischen Cladocoropsisbänke anscheinend in den südlichen Hochgebirgen. Hier treten zwar auch im Oberjura Korallenkalke auf, so die grauen tittonioclien Korallen- und Ellipsactinien-Kalke, die die Kammkalke der Verdussia mit dem Hauptgipfel und das Parnaßmassiv mit der Likeri-Spitze zusammensetzen, sowie die grauen faciell gleichen Gipfelkalke der Kiona, die besonders Nerineen und Actaeoninen (wie Actaeonina acuta Orb) enthalten. In der Kreide dominieren wieder beiderseits Rudistenkalke in Verbindung mit Flyschgesteinen.