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Mitteilungen über Wirbeltierreste aus dem Mittelpliocän des Natrontales (Ägypten).

Stromer, Ernst

Kurzfassung

3. Artiodactyla: A. Bunodontia: Flußpferd: Über die Reste von Hippopotamus hipponensis Gaudry, die bisher am Garet el Muluk und Fundorte C sich fanden, habe ich (Abh. Senckenbg. 1905, S. 109 ff.) schon ausführlich berichtet, und zu der dort angeführten Literatur ist nur wenig nachzutragen. (S. 23.) Herrn Markgrafs bei meiner Reise 1910/1911 vorgenommene Ausgrabungen am Garet el Muluk förderten für die Münchner Sammlung außer einzelnen Skelettteilen eine Anzahl einzelner Zähne des bleibenden und des Milchgebisses zutage, so daß über wichtige Organe der bisher sehr dürftig bekannten Art Aufschluß gegeben werden kann. Da ihre Selbständigkeit schon feststeht, beschränke ich mich im wesentlichen darauf, all diese Teile zu beschreiben und vor allem mit entsprechenden des rezenten Flußpferdes zu vergleichen, da von ihm dank des liebenswürdigen Entgegenkommens von Prof. Dr. Leisewitz wenigstens vom Gebiß genügendes Material der hiesigen Skelettsammlung zur Verfügung steht, um über die Variabilität einigermaßen klarzuwerden und dadurch eine monographische Bearbeitung der interessanten Familie der Hippopotamidae zu erleichtern. Bei der Untersuchung des bleibenden Gebisses vergleiche ich außer A nur deutsch-ostafrikaaische Flußpferde: A einen von Herrn Brügel 1907 in Aden gekauften Schädel von 55 cm. Basallänge, dessen P 4 und M 3 eben angekaut sind; B einen Schädel coll. Engelhardt 95 von 60 cm Länge, ebenso abgekaut; aus coll. Kattwinkel: C einen 58 cm langen, ungefähr ebenso abgekauten, D einen 55 cm langen Schädel, bei dem P 4 und M 3 im Durchbruch begriffen sind, sowie E und F Schnauzen in ungefähr demselben Stadium. Die Maße sind in der Tabelle auf S. 22/23 zusammengefaßt. I. Bleibendes Gebiß: Von den oberen Zähnen ist der I 1, welcher bei B verloren gegangen ist, stiftförmig, gerade oder eben gebogen und wird mesial und lingual abgekaut. Wie E zeigt, ist die Spitze außer mesial vorn überall mit Schmelz bekleidet, der vertikal gerieft ist und lingual seitlich eine Kante zeigt.