Original paper

Interglazialtravertin des Taubachium mit Zonites verticillus aus der Eifel.

Pohlig, Hans

Kurzfassung

Dieser erste sichere Nachweis der Antiquuistufe aus Rheinpreußen ist von nicht viel geringerer Bedeutung als der im Folgenden von mir beschriebene der Trogontherienzone; den ersteren hat der Fund von Zonites verticillua aus dem Travertin Ton Dreimühlen bei Eiserfey in der Eifel durch Herrn Prof. Brockmeier in München-Gladbach erbracht. Kleine Travertinbecken waren seither bereits in beträchtlicher Anzahl aus den rheinpreußischen Devonkalkgebieten und kalkfeichen Vulkangegenden bekannt, ohne daß es früher gelungen wäre, andere als nichtssagende Reste Ton Tieren und Pflanzen darin zu entdecken; durch die Feststellung der erwähnten großen Gastropodenspezies wird jetzt zunächst eine dieser Ablagerungen dem geologischen Alter nach den berühmten Interglazialtravertinen angeschlossen, und es steht zu erwarten daß bald andere Eifeler und rechtsrheinische Fundstellen folgen werden. Das heutige Hauptverbreitungsgebiet von Zonites verticillus Fér. ist das illyrische Küstenland südwärts von den Alpen, und erstreckt sich von da nordwärts durch die Ostalpen; die nordlichsten Vorposten reichen bis in das Donauthal zwischen Wien und Passau. Dieses neueste Ergebnis, des ehemaligen Vordringens bis nach den linksrheinischen Eifelgegenden während der letzten Interglazialzeit ist sehr überraschend. Die Spezies ist in Gestalt der Varietas praecursor (A. Weiss) für die Interglazialtravertine des Taubachium von Weimar, Mühlhausen und Tonna in Thüringen sowie Canth in Schlesien bezeichnend, die sich auch mit denen von Schönebeck bei Magdeburg und Bilzingsleben durch den Gehalt an Helix (banatica) canthensis Beyr. als gleichaltrig erwiesen haben, und von denen die ersteren zudem noch andere örtlich ausgestorbene Arten in Gestalt von südrussisch-persischen, südfranzösischen, böhmischen und Wienerwaldtypen führen. ...