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Palndina (Vivipara) diluviana Kunth aus dem älteren Interglazial des Niederrheins

Krause, Paul Gustaf

Kurzfassung

Ein belangreicher Fund zweier Paludinen wurde mir im vergangenen Herbst zur Bestimmung übergeben. Ich verdanke ihn Herrn Mittelschullehrer A. Steeger in Krefeld, der sich schon mehrfach mit Erfolg um die Geologie seines Heimatsgebietes verdient gemacht hat. Rührt doch von ihm u.a. die Entdeckung der Conchylienfauna am Tönisberg, die eine wertvolle Ergänzung meiner Funde in der Mörser Gegend bildete, her, die dann in der Literatur mehrfach verwertet worden ist. Was zunächst den Fundort der beiden Schnecken angeht, so stammen sie aus dem hier ungemein kalkreichen Feinsand vom Örmter Berg, dem nordlichsten Punkt des geschlossenen Endmoränenbogens, der zugleich die ungefähre Außengrenze der Inlandeisverbreitung bezeichnet. Von dieser Stelle hatte ich bereits früher gelegentlich des Eisenbahnbaues den Ton und Feinsand des älteren Interglazials mit Bithynia tentaculata feststellen können. Da die beiden neuen Funde von Herrn Steeger zweien, noch nicht völlig ausgewachsenen Individuen angehörten, ein kleineres und ein größeres Exemplar, so wartete ich mit der Bestimmung bis zu meiner Rückkehr nach Berlin, um erst an der Hand von Vergleichsmaterial Sicherheit darüber zu gewinnen. Der Vergleich mit einer größeren Anzahl verschiedener Formen und Altersstadien der Vivipara diluviana von Glindow ergab sehr bald individuell genau übereinstimmende Exemplare, was sich übrigens auch noch weiter einwandfrei an ganz frischen, von ursprünglicher Lagerstätte stammenden Gehäusen aus Berliner Bohrungen bestätigte. Was die Schalenerhaltung der Paludinen vom Örmter Berg betrifft, so ist sie die gleiche wie die der übrigen aus dem Gebiete beschriebenen Conchylien dieser Stufe. Noch während der Niederschrift dieser Zeilen erhielt ich von Herrn Steeger drei weitere Exemplare dieser Schnecke von derselben Fundstelle. Es sind 2 größere, allerdings nur die Schlußwindung umfassende Stücke, und ein kleineres vollständigeres, das dem früheren in seinem Typus gleicht. ...