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Über einen Manticoceras ,intumescens Beyr." sp. mit erhaltener Mündung

Leidhold, Cl.

Kurzfassung

Exemplare von Goniatiten, an denen die Mündung erhalten ist, sind im allgemeinen selten. Derartige Formen sind z.B. durch F. Frech aus dem Domanik-Horizont des Petschoralandes bekannt geworden. In seiner wichtigen Arbeit über devonische Ammoneen bildet er auf Tafel III, Figur 7, ein Exemplar von Gephyroceras uchtense Keys. ab, das die stark verlängerten Ohren und den Trichterausschnitt in hervorragender Weise zeigt. Herr Holzapfel brachte nun im Frühjahr 1912 von einer Exkursion im rheinischen Gebirge aus dem schwarzen oberdevonischen Kellwasserkalk von Bicken einen Manticoceras intumescens mit, an dem ebenfalls die Mündung zu beobachten ist. Das Exemplar stammt aus dem bekannten Aufschluß zwischen Bicken und Offenbach, der von E. Kayser in den Erläuterungen zu Blatt Ballersbach und Oberscheld eingehend beschrieben worden ist. Da meines Wissens ein derartiges Exemplar von M. intumescens bis jetzt noch nicht bekannt war, dürfte eine Abbildung berechtigt erscheinen. Das Stück liegt in einer der schwarzen Kalkgeoden, die hier zwischen schwarzen Schiefern auftreten und sich durch ihren Fossilreichtum auszeichnen. Mir liegen von dort u.a. vor: Buchiola retrostriata v. Buch, Buchiola angulifera A. Roem., Cardiola bickensis Bush., Lunulicardium ventricosum Sandb., Chaenocardiola paradoxa Hzl., Chaenocardiola Koeneni Beush., Tentaculites tenuicinctus Sandb., Entomis serrato-striata Sandb., Tornoceras simplex v. B., Tornoceras paucistriatum Arch. (= auris Quenst.), Tornoceras cinctum Keys., Manticoceras Drevermanni Weder., Gephyroceras bickense Weder., Crickites Holzapfeli Wedek., Orthoceras subflexuosum Sandb. usw. Die Wohnkammer der vorliegenden Form zeigt eine relativ einfache Mündung. Sie besitzt dieselbe bikonvexe Ausbildung, wie sie die bikonvexen Anwachsstreifen der Manticoceraten mit ihrem inneren und äußeren Lateralvorsprung zeigen. Die Seitenohren sind verbreitert, springen deutlich hervor und wenden sich dann scharf zurück, um den tiefen Trichterausschnitt zu bilden. Das Exemplar ist an und für sich nur schlecht erhalten. Es ist als Manticoceras intumescens bestimmt. Das Stück zeigt große Übereinstimmung mit den von Holzapfel aus dem Domanik beschriebenen Formen von Manticoceras intumescens Beyr., und würde wie diese zu seiner dritten Varietät (Goniatites Patersoni Hall.) geboren. ...