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Neues von der Trogontherienstufe am Niederrhein.

Pohlig, Hans

Kurzfassung

Nachdem ich zuerst die Dinotherienschichten aus dem Neuwieder Becken nachgewiesen hatte, gelang es mir bald hernach, auch die Trogontherienstufe in, derselben Gegend aufzufinden. Seitdem haben sich die Entdeckungen in letzterer Stufe dort in erfreulicher Weise vermehrt; sie bieten jetzt aus den zu mehr als 150 Meter über dem Rheinspiegel reichenden, alten Flußseesanden von Kerlich und Mülheim bei Koblenz folgendes Gesamtbild der Fauna: Elephas (primigenius) trogonterii Pohl., Hippopotamus (amphibius) Germaniae Pohl., Rhinoceros (Merckii) mosbachensis Pohl., Equus (caballus) Süssenborni Wu., Cervus sp. (kleine Art)., Cervus (alces) latifrontis Jo., Bison (Europae) priscus Boj., Hyaena (striata) trogontherii Pohl., Ursus subspelaeus Pohl. (= U. Deningeri v. Rei). Näheres über die einzelnen Spezies und eine Abbildung der Hyaena trogontherii habe ich an anderer Stelle mitgeteilt. Danach sind diese Sande von Mülheim-Kerlich dem Teil der Trogontherienstufe zuzurechnen, den ich als Mosbachium bezeichnet habe; meine frühere Einteilung dieser Stufe in Rixdorfium, Süssenbornium, Mosbachium und Norfolkium hat sich seither ebenso glänzend bewährt und durch sehr viele neue Tatsachen gefestigt, wie die faunistische Trennung der plistocänen, und jüngsten Pliocänschichten nach den Elephanten in Meridionalisstufe (Valdarnium und Suffolkium), Trogontherienstufe, Antiquusstufe (Taubachium) und Mammutstufe; die Auffindung neuer Zwischenglieder bei Mauer (zwischen Taubachium und Mosbachium) und Steinheim a. Murr beweist, daß scharfe Grenzen, wie sich ja von selbst versteht, nirgends vorhanden sind. Die Trogontherienstufe von Mülheim-Kerlich am Neuwieder Becken gewinnt noch erheblich an Bedeutung dadurch, daß hier drei knochenreiche Ablagerungen sehr verschiedener Zeiten an gleicher Stelle übereinander ruhen: Tertiär, Mosbachium und Löß. ...