Original paper

Über das geologische Profil des Mittelland-Kanals

Harbort, E.; Mestwerdt, A.

Kurzfassung

Im Auftrage der Königlichen Preußischen Geologischen Landesanstalt haben wir in den letzten Jahren die Aufschlüsse untersucht, die beim Bau des amtlich sogenannten Ems-Weser-Kanals geschaffen worden sind. Richtiger wäre es, vom Ems-Leine-Kanal zu sprechen, da der Kanal, von Misburg bei Hannover ausgehend, Leine, Weser und Ems miteinander verbindet. Es ist bekannt, daß diese Kanalstrecke vorläufig nur einen Torso des ursprünglich geplanten Mittelland-Kanals bildet, der Ems und Elbe und damit die Flußsysteme im Westen Deutschlands mit denen im Osten des Reiches verbinden sollte. Da aber der Kanal voraussichtlich doch über kurz oder lang zum Mittelland-Kanal ausgebaut werden wird, wollen wir der Kürze halber schon jetzt vom Mittelland-Kanal sprechen. Der Mittelland-Kanal wird nach seiner Vollendung von Bevergern bis Hannover in dem nördlich vom Wesergebirge, den Bückebergen und dem Deister sich ausdehnenden Flachlandsgebiete eingeschnitten sein (vgl. Fig. 1). Es ist bekannt, daß er auf dieser ganzen Strecke keinerlei wesentliche Höhenunterschiede zu überwinden hat und daher ohne jede Schleusen gebaut werden konnte. Das Westende des Kanals leitet mit einer Sperrtoranlage in den Dortmund-Ems-Kanal über. Ein mehrere Kilometer langer Damm mit einer architektonisch imponierenden Brücke über die Weser trägt das Kanalbett über das tiefer eingeschnittene Wesertal hinweg. Nördlich von Minden vermittelt eine Schleusenanlage den Abstieg vom Kanal in die Weser. Ebenso wird bei Hannover durch eine Schleuse der Abstieg zur Leine bewirkt, durch eine dritte Schleuse bei Limmer aber der Anstieg auf das Plateau von Linden bei Hannover, in dem der Hafen für die Industriestadt Linden angelegt werden wird. Ein Zweigkanal führt von Bramsche im Hasetal mit zwei Schleusen aufwärts nach Osnabrück, andere Abzweigungen sind noch nach Feine und Hildesheim geplant. ...