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Graues, marines Oberoligocän im Untergrund der Stadt Düsseldorf.

Pohlig, Hans

Kurzfassung

Daß die bekannten gelben Küstensande des Oberoligocäns vom Aaper Wald, Grafenberg und Gerresheim, welche in erheblicher Mächtigkeit in diesen Vororten von Düsseldorf die Böschung des Rheintals bilden, nicht auch den tieferen Boden der Stadt selbst zusammensetzen, erhellt aus folgendem Profil eines Brunnenbaubohrlochs in der Kesselschmiede Jaques Piedboeuf zu Düsseldorf-Oberbilk, das der um die Geologie der Gegend sehr verdiente Herr Fabrikbesitzer Paul Piedboeuf freundlichst zur Verfügung gestellt hat: 6. Hangend: Aufschüttung und Tallöß - 2,80 m 5. Kies und Sand, jüngstes Fluvioglazial - 15,40 m 4. Eisenschüssige Sandsteinplatte - 0,20 m, 3. Grüngraue Sande mit Muschelabdrücken (darin eine Lage hellrötlicher Sandsteinbrocken) - 57,50 m, 2. Grüne tonige Sande mit vielen Conchylienschalen - 2 m, 1. Liegend: fester dunkelgrüner toniger Sand. Von Conchylien hat das Bohrloch nur wenige mittelgroße Schalen geliefert, von Pectunculus Philippii Desh., der relativ gigantischen Lokalrasse Cardium cingulatum Gf. var. moersianum Pohlig (wird bis fast 10 cm groß) und Dentalium Kickxii Ny.; dagegen eine Mikrofauna in beträchtlicher Menge, meist Brut von Corbula gibba Ol., Leda gracilis Desh., Cytherea Beyrichi Semp., Astarte concentrira Gf., Neaera clava Bro., Cardita usw.; weniger massenhaft von Gastropoden, wie Dentalium fissura Lk., D.? seminudum, Pleurotoma duchasteli Ny., Fusus elongatus Ny., Tiphys cuniculosa Nyst. Es ist schon nach dieser Sachlage zweifellos, daß die oligocäne Meeresbedeckung und zugleich die eigentlichen gelben Küstensande mit Cetaceenknochen (nach meiner früheren Mitteilung in dieser Zeitschrift) und den zahlreichen Treibholzresten noch um ein gutes Stück in der ,niederrheinischen Bucht" weiter südwärts gereicht haben als Gerresheim.