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Beiträge zur Kenntnis der Geologie Neu-Guineas (Expeditionsberichts)

Hähnel, O.

Kurzfassung

Im Jahre 1910 sandten die deutsche und die niederländische Regierung gemeinsam Expeditionen nach Neu-Guinea aus, um die unter dem 141. Längengrad liegenden Flußläufe, Gebirgskämme und Wasserscheiden zu erkunden, damit die durch den 141. Längengrad gebildete ideale Grenze, welche den Kolonialbesitz der beiden Staaten bisher trennte, durch eine natürliche ersetzt würde. Die deutsche Kommission, unter Führung von Professor Dr. Leonhard Schultze, begann ihre Tätigkeit von der Mündung des fast unter dem 141. Längengrad in die See fließenden Tamiflusses aus und folgte, südwärts vordringend, im großen ganzen dem Tami und seinem rechten Nebenflusse, dem Bewani, aufwärts. In dem 1600 m hohen Bewani-Gebirge wurde die Wasserscheide zwischen den Nordküsten-Zuflüssen einerseits und den südwärts gerichteten Abflüssen zum Kaiserin-Augusta-Flusse, der von den Eingeborenen auch Sepik genannt wird, andererseits vermutet, und man hoffte, indem man die vom Südabhang des Gebirges herabfließenden Bäche zu verfolgen gedachte, von Norden her an den Oberlauf des Augusta-Stromes zu gelangen, welcher damals noch in der südlich des Gebirges sich erstreckenden Ebene vermutet wurde. Da die vom Bewani-Gebirge herabfließenden Bäche jedoch vereint westlicher Richtung zustreben und ein Vordringen in gerader Richtung nach Süden durch den dichten Urwald hindurch zahlreicher Todes- und Krankheitsfälle unter den Expeditionsteilnehmern wegen unmöglich war, wurde der Rückzug an die Küste angetreten und ein Eindringen in das Quellgebiet des Sepik von seiner Mündung aus versucht. Zunächst gelangte man den Sepik, welcher in seinem Mittel- und Unterlauf in nahezu gerader west-östlicher Richtung unter dem 4. Breitengrad entlang fließt und unter 1441/2 ° östl. L. in die See mündet, zu Schiff stromaufwärts. Später führten Boote die Expeditionsteilnehmer weiter westlich. Fast unter dem 141. Längen- und dem 4. Breitengrad wurde auf dem rechten Ufer ein Standlager errichtet, von wo aus die Erkundung des Landes durch einzelne Streifzüge erfolgen sollte. ...