Original paper

Beneckeia subdenticulata Pohlig aus dem Rötdoiomit von Jena.

Pohlig, Hans

Kurzfassung

Die bemerkenswerten Ergebnisse der neuern Ausgrabungen von Großhartmannsdorf veranlassen mich, eine wichtige Ammonitenrasse näher zu erläutern und zu benennen, die einen willkommenen Zuwachs unserer noch sparsamen Kenntnis der eigenartigen Beneckeien bildet und deren ich zuerst in meinem Buch über Abstammungstheorie Erwähnung getan habe. Von hervorragender Bedeutung ist dieser neuer Fund deshalb, weil hier einer der wenigen Fälle vorliegt, in dem man die ersten Bildungsanfänge einer großen, polyphyletisch entstandenen Tiergruppe, an einer ihrer Ausgangsstellen wenigstens, antrifft. Kennzeichnete bereits Beneckeia denticulata V. Fritsch diese Untergattung als ,Proceratiten" (Pohlig, a. a. O.), so trägt B. subdenticulata nov. f. zu noch weit engerer Verkettung bei; denn an ihr ist erst ein Lobus der Sutur - der lange, schmale Externlobus, zwischen dem großen Lateral und der tiefen, breiten Siphonalsella - gezähnelt, wie bei den echten Ceratiten; und zwar stets. Außerdem ist von erheblichem Belang, daß diese Übergangsform nicht einem höheren Horizont angehört als B. tenuis - wie das bei B. denticulata der Fall ist -, sondern in dem bekannten Dolomitbänkchen der B. tenuis V. Seebach aufgefunden worden ist. Neben dem gezähnelten Externlobus liegt noch ein winziger einzahniger Auxiliar, in halber Entfernung vom Sipho; im übrigen besteht kaum ein Unterschied von B. tenuis, bei der aber ebenso durchgreifend der Externlobus ungezähnelt, wie er bei B. subdenticulata ceratitisch ist. Besonders zu beachten ist, daß die Erscheinung wieder vom Externrand her begonnen und sich erst späterhin über die Lateralloben hin ausgedehnt hat. Eine Abbildung der B. subdenticulata bleibt meinem mitteldeutschen Triaswerk vorbehalten, wo noch so manche sonstige neue Darstellungen ihren Platz finden; ich erinnere hier nur an die ersten von mir bereits 1875 gemachten Dinosaurierfunde der norddeutschen Trias bei Weimar.