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Fortsetzung und Verlauf der samländischen Endmoräne in Ostpreußen

von Wichdorff, H. Hess

Kurzfassung

Auf zwei Seiten, im Westen und, Norden, von der Ostsee umgeben (die ,Bernsteinküste der Alten"), weiter begrenzt von zwei ausgedehnten Haffen, dem Frischen Haff im Süden und dem Kurischen Haff im Nordosten, und im Südosten umflossen von den beiden Flüssen Pregel und Deime dehnt sich im Nordwesten der Provinz Ostpreußen das Samland aus. In neueren Zeiten ist dieser althergebrachte geographische Begriff des wasserumflossenen Samlandes wesentlich eingeschränkt worden, und man versteht heute unter dem Samlande im engeren Sinne den westlichen meer- und haffumgebenen Teil des Samlandes, etwa bis zur Königsberg - Cranzer Eisenbahn. Das ungefähr ein langgezogenes Viereck bildende Samland besitzt sowohl weite, ziemlich ebene Landschaften wie hügelige Geländeformen, die aus mächtigen Geschiebemergelablagerungen aufgebaut werden und dem Lande eine bemerkenswerte Fruchtbarkeit und landwirtschaftliche Bedeutung verleihen. Nur die höhergelegenen Gebiete des Samlandes, das im Galtgarben (110 m) seine höchste Erhebung besitzt, weisen streckenweise ausgedehnte hochgelegene blockreiche Sandberge, steile Kiesrücken und typische Blockpackungen auf, denen sich im südlichen Vorland (z. B. nach dem Frischen Haff zu) weite, vielfach bewaldete und wenig fruchtbare Sandebenen anschließen. P. G. Krause gebührt das Verdienst, in den Jahren 1900 bis 1904 zuerst erkannt zu haben, daß diese orographisch sich deutlich heraushebenden, im weiten Bogen angeordneten Höhenrücken des Samlandes einen nicht unbedeutenden Endmoränenzug darstellen, in dessen Vorland ein z. T. eingeebneter Sandur entlangzieht. Die dann später im Jahre 1908 begonnene und im vergangenen Jahre abgeschlossene geologische Spezialaufnahme des Samlandes hat die Ergebnisse der Untersuchungen Ton P. G. Krause in vollem Maße bestätigt und im Anschluß an diese Beobachtungen zur Auffindung der weiteren Fortsetzung der samländischen Endmoräne geführt. ...