Original paper

Über das Alter des Eifelgrabens und der Nord-Süd-Verwerfungen in der Eifel

Quiring, H.

Kurzfassung

G. Fliegel hat vor einiger Zeit Beobachtungen mitgeteilt, die zur Beurteilung des Wesens und des Alters des Eifelgrabens Bitburg - Düren von Bedeutung sind. Sie haben Fliegel zu dem Schlüsse geführt, daß der ,Eifelgraben" ein echter tektonischer Graben sei, dessen Hauptausbildung in die jungpaläozoische Hauptfaltungsperiode falle. Untersuchungen des Verfassers über die Tektonik der Nordosthälfte der Sötenicher Mulde und der Mulde von Ahrdorf, die beide im Eifelgraben liegen, haben wohl die zweifellos tektonische Natur des Eifelgrabens, der unter Auslosung echter Verwerfungen auf Sprüngen entstanden ist, bestätigt, aber andererseits dargetan, daß ein paläozoisches Alter dem Graben nicht zukommen kann. Auf den diese Auffassung begründenden örtlichen Befund im einzelnen einzugehen, muß ich mir versagen. Ich verweise auf die an anderer Stelle hierüber gemachten Mitteilungen. Hier soll lediglich der Versuch unternommen werden, in Anlehnung an den Aufsatz Fliegels von allgemeinen Voraussetzungen aus den Nachweis zu führen, daß weder die Nord-Süd-Verwerfungen in der Eifel noch der Eifelgraben ein paläozoisches Alter besitzen. Ich stelle zunächst die Voraussetzungen zusammen: 1. Der Eifelgraben zwischen Bitburg und Düren wird in seiner Längserstreckung vornehmlich durch die Lage der Triasschollen und die nordsüdliche Anordnung der Eifelkalkmulden bestimmt. 2. Die Einzelschollen des Grabens sind durch Sprünge begrenzt, die in der Hauptsache, entsprechend der allgemeinen Erstreckung des Eifelgrabens, in nordsüdlicher Richtung verlaufen müssen. Weitere sichere Voraussetzungen sind vorerst nicht gegeben und auch nicht erforderlich. Insbesondere ist zur Ermittelung des Alters des Grabens eine Heranziehung der von Fliegel gefundenen und von ihm als östliche Randbrüche des Eifelgrabens angesprochenen Verwerfungen - ganz abgesehen davon, daß sie auf Grund nicht eingehender Aufnahmen aufgetragen sind - schon deshalb nicht angängig, weil nicht feststeht und auch von Fliegel nicht entschieden worden ist. ...