Original paper

Zur Tektonik des Monte Guglielmo und der mittleren Val Trompia

Tilmann, Norbert

Kurzfassung

Seit dem Erscheinen meines Aufsatzes in diesen Monatsberichten ist über die Triasberge östlich des Iseosees eine Reihe geologischer Mitteilungen veröffentlicht worden, die geeignet sind, das von mir entworfene Bild von dem Aufbau des Massives des Monte Guglielmo bis zur mittleren Val Trompia hin erheblich umzugestalten. In erster Linie sind hier die Arbeiten von G. B. Cacciamali zu nennen, der nach Aufnahme der südlich vorliegenden Bergzüge auch das ganze Gebiet des Monte Guglielmo und der mittleren Val Trompia in den Bereich seiner Untersuchungen gezogen hat. Ich würde mit der Besprechung und Kritik dieser Arbeiten bis zum Erscheinen der meine Studien endgültig darlegenden ausführlichen Beschreibung des ganzen Triasgebirges östlich des Iseosees gewartet haben, wenn nicht die Resultate, die sich Herrn Cacciamali besonders in tektonischer, aber auch in einigen Punkten in stratigraphischer Hinsicht ergeben, so vollständig von den von mir vertretenen Anschauungen abweichen würden. So sehe ich mich genötigt, wenigstens kurz auf die Darlegungen Cacciamalis näher einzugehen, schon weil man sonst mit Recht vermuten könnte, ich hätte ebenso wie Cacciamali meine Ansichten über die Tektonik des Monte Guglielmo und seiner Umgebung geändert und stimme seinen Deutungen vom Bau dieser Berge bei. Es ist eine kurze Klarstellung auch deshalb erforderlich weil der Auffassung Cacciamalis von anderer Seite beigepflichtet worden ist. Bonomini hat sich in einer kurzen Arbeit über den M. Gardio zu dieser neuen Deutung bekannt, und auch H. Rassmuss hat sie sich-freilich ohne weitere Kritik - zu eigen gemacht, da sie sich so gut der von ihm aufgestellten Hypothese über den Bau der lombardischen Alpen einfügt. ...