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Neue Ooide

Sommermeier, L.

Kurzfassung

Zu der Fülle von bereits vorhandenem Beobachtungsmaterial über Vorkommen, Struktur und Entstehung von Oolithen und Ooiden (im Sinne Kalkowskis), das in absehbarer Zeit wohl auch gestatten wird, eine zusammenfassende Betrachtung des Phänomens, oder vielmehr eine, strenge Sichtung der zahlreichen Einzelerscheinungen vorzunehmen, seien durch Mitteilung noch nicht oder wenig bekannter Vorkommen von Ooiden weitere Beiträge geliefert. I. Ooide im Kalktuff: Ihr Auftreten ist um so bemerkenswerter, weil es sich um ein so weit verbreitetes und für die Geologie des Quartärs wichtiges Gestein handelt, in dem dagegen oolithische Ausbildungsweise verhältnismäßig selten ist und Ooide von der hier zu beschreibenden Art anscheinend noch gar nicht beobachtet oder nicht weiter bekannt geworden sind. Von den wenigen kalkigen Quellabsätzen mit oolithischer Struktur ist in erster Linie der Karlsbader Erbsenstein als der frühest beschriebene und wohl meist bekannte Oolith zu nennen, der von den nichtmarinen Oolithen auch die vollkommenste Ausbildung zeigt. Dazu gehören ferner die Pisolithe von Vichy (Dép. de l'Allier) und Vogelsberg in Oberkrain Hammam Meskutin bei Constantine (Algier) und die in den pleistocänen Thermalkalken Ungarns (Várhegi im Budaer Gebirge). Alle diese sind Absätze heißer Quellen und bestehen aus Aragonit. Ooide, schon von Leopold von Buch beschrieben, finden sich auch in den ausgedehnten Travertinen Mittel-Italiens, doch auch diese großartigen Kalktuffbildungen sind auf besondere Entstehungsursachen zurückzuführen, da sie zum Teil wenigstens von Quellen höherer Temperatur abgesetzt sind und zu den Begleiterscheinungen des quartären Vulkanismus zu rechnen sind. ...