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Über die Untere Kreide im westlichen Osning.

Kuhlmann, L.

Kurzfassung

Die marine Untere Kreide (Oberes Valanginien bis Unteres Albien) ist im Osning durch eine in der Mächtigkeit von SO nach NW bedeutend zunehmende Folge von meist dickbankigen Sandsteinen vertreten. Im nördlichen und westlichen Münsterland sind Neokom und Gault dagegen vorwiegend tonig-mergelig entwickelt. Sandsteine treten hier nur stellenweise in einzelnen Horizonten auf. Der Übergang Ton der sandigen zu der tonigen Fazies vollzieht sich in den westlichsten Ausläufern des Osnings (Meßtischblatt Bevergern). Es sind hier in den großen vom Bauamt des Dortmund-Ems-Kanals betriebenen Sandsteinbrüchen mehrere Lagen von stark sandigem, in frischem Zustande ziemlich festem, bei der Verwitterung zerbröckelndem Ton aufgeschlossen. Ferner werden sandige, an der Grenze von Aptien und Albien liegende Tone und Mergel am Nordwestende des Huckberges von der Ziegelei Keller & Co. abgebaut. Doch findet man diese bereits ziemlich alten Aufschlüsse in der Literatur nirgends erwähnt. Neuerdings sind beim Bau des Mittellandkanals in dem Quertale zwischen Huckberg und Bergeshöveder Berg Schichten der Unteren Kreide (Barrêmien, Aptien und Unteres Albien) in vorzüglicher Weise aufgeschlossen worden. Bereits vor einigen Wochen hat Mestwerdt hierüber kurz berichtet. Er beschreibt aus dem Kanalbett ,dunkelgraue, ziemlich mürbe, ton-, kalk- und sandhaltige Gesteine in beträchtlicher Mächtigkeit", die ihm an bestimmbaren Fossilien einige Bruchstücke von Ancyloceras Urbani Neum. et Uhl. und ,eine der Gruppe des Hoplites Weissi Neum. et Uhl, nahestehende Form" geliefert haben, somit dem Aptien angehören. Ich habe in dem Kanaleinschnitt, in der oben erwähnten Ziegelei Keller & Co. und in den übrigen Aufschlüssen der dortigen Gegend seit 1 1/2 Jahren gesammelt und eine ziemlich reiche Ammonitidenfauna zusammengebracht, deren bereits vor längerer Zeit in Angriff genommene Bearbeitung ich im Herbst beenden werde.