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Das Devon der Ostalpen

Charlesworth, John K.

Kurzfassung

V. Die Fauna des devonischen Riffkalkes III. Crinoiden. Einleitung: Nachdem Frech im Jahre 1894 in dieser Zeitschrift mit der Beschreibung der organischen Beste des unterdevonischen Riffkalkes der Karnischen Alpen und zwar zunächst der Crustaceen, Cephalopoden, Gastropoden und Würmer begonnen hatte, wurde die Schilderung der Fauna, und zwar der Lamellibranchiaten und Brachiopoden von Scupin in dieser Zeitschrift fortgesetzt. Herr Frech hat mir sein gesamtes Crinoiden- und Korallen-Material in freundlichster Weise zur Verfügung gestellt; ich führe deshalb die Beschreibung der interessanten Fauna im nachfolgenden mit den Crinoiden fort, um sie mit den Korallen, die demnächst erscheinen sollen, zum Abschluß zu bringen. Auch an dieser Stelle spreche ich hierfür Herrn Frech meinen aufrichtigen Dank aus. Die durchgängig aus der Frechschen Sammlung stammen den Crinoidenkelche wurden nur z. T. in der Hauptkette der Karnischen Alpen aufgesammelt. Der größere Teil der Exemplare wurde in dem Riffkalk der Karawanken gefunden, die ebenfalls dem Unterdevon und zwar einer etwas höheren Zone als die grauen Kalke des Wolayer Sees angehören. Das Interesse, das die vorliegenden Arten erregen, beruht vor allem darauf, daß es sich vorwiegend um Vorläufer der wohlbekannten Eifler Crinoiden handelt. Hierzu gehören die im folgenden beschriebenen Arten der Gattungen Rhipidocrinus, Hexacrinus, Eucalyptocrinus und Melocrinus. Nur der in einem Exemplar vorliegende Megistocrinus ist im deutschen Mitteldevon unbekannt. Sein nächster Verwandter ist aus Westeuropa (dem Unterdevon von Asturien) von Oehlert beschrieben worden. Im Gegensatz zu diesen Typen ist der einzige Cyathocrinus ein Rest der obersilurischen Fauna. Die in großer Menge in den Karnischen Alpen auftretenden Stielglieder, die vermutlich zu den beschriebenen Arten gehören, konnten in den meisten Fällen nicht näher bestimmt werden. Beschreibung der Arten; Fistulata. Cyathocrinidae F. Roemer (emend. Wachsm. Spr.). Cyathocrinus Miller, Syn. Sphaerocrinus F. Roemer, Palaeocrirtus Billings, Cyathocrinus carnicus n. sp. 1894 Cyathocrinus n. sp. Frech, Karhische Alpen S. 255. Der Kelch ist schüsselförmig und hat eine ganz glatte Oberfläche. Leider ist es wegen des ungünstigen Erhaltungszustandes der Basis unmöglich, die Zahl der Infrabasalia (Cryptobasalia von Schulze) und ihre Abgrenzung näher zu unterscheiden. Die fünf großen Basalia umschließen ein gerundetes Fünfeck, dessen Durchmesser ca. 13 mm beträgt. ...