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Die südliche Fortsetzung des finnischen Schildes

Jentzsch, Alfred

Kurzfassung

Eine der auffälligsten Erscheinungen im geologischen Karten bilde Europas ist der Finnische Meerbusen, welcher zusammen mit der nordöstlich über den Ladoga- und Onega-See ziehenden Niederung Fennoscandia von der russischen Tafel scheidet: Nördlich des Meerbusens gefaltete algonkische Schiefergesteine (Jatulian), bedeckt von un gefalteten Sandsteinen, Quarziten und Tonschiefern des Jotnian und Eruptivmassen, südlich dagegen fast völlig ungestörte cambrische Schichten, die sich flach, kaum merklich nach Südosten unter silurische und devonische Schichten einsenken. Erst 700 km südlicher, etwa in der geographischen Breite von Marienwerder, tauchen bei Rawanitschi (60 bis 70 km östlich von Minsk) wieder Glaukonitkalk sowie älteste Tone des Untersilur und darunter ein für Ungulitensandstein (also oberstes Cambrium) gehaltenes Gestein aus der verhüllenden Diluvialdecke auf. Man mußte annehmen, daß unter dem Cabrium eine weite, bis in die Nähe des südpolnischen Mittelgebirges sich erstreckende Abrasionsfläche liegt, hatte aber für deren Tiefenlage nur wenige Anhaltspunkte. Als solche sind hauptsächlich zwei Brunnenbohrungen in der Stadt St. Petersburg (jetzt Petrograd) bekannt geworden. Gregor von Helmersen beschrieb 1864 ein Bohrloch im Hof der Anstalt zur Herstellung der Staatspapiere (im Narwaschen Stadtteile, also südlich der Newa), wo man bei einer Tiefe von 657 Fuß (also 200 m) nach Durchbohrung eines groben Sandsteins auf rapakiwiartigen Granit stieß; und Frieda Rich Schmidt berichtet 1897 von einem neuen Bohrloch auf dem Gelände der Kalinki - Brauerei, bei welchem man ebenfalls auf Granit stieß und ein fast 3 m langes Kernstück des letzteren zutage förderte, das dem vom östlichen Finnland, nach dem Ladoga-See zu bekannten Granit entspricht. Als Gegenstück hierzu erhielt ich im Frühjahr 1914 durch Herrn Bohrunternehmer Bieske (Königsberg i. Pr.) aus Reval, der bekannten Hafenstadt Estlands, eine Bohrprobe, welche sichtlich gleichfalls dem Grundgebirge entstammt. ...