Original paper

Über die Fossilführung und Gliederung der Lößformation im Donautal bei Krems.

Wiegers, Fritz

Kurzfassung

Im dritten Hefte der Monatsberichte dieser Zeitschrift und dieses Jahrganges veröffentlicht Herr Menzel unter obigem Titel eine vorläufige Mitteilung, in der er auf Grund der Schneckenfauna eine Gliederung vornimmt, die den jüngeren Löß durch ein Interglazial in zwei Teile teilt. Da der Löß des Bonautales durch seine Artefaktführung eine gewisse Berühmtheit erlangt hat, so gewinnt die Menzelsche Gliederung dadurch eine größere Bedeutung, als sie auch von Einfluß auf das Alter dieser Kulturschichten wird. Menzel stellt fest, daß die Bildung des Lösses im Donautal nicht einheitlich erfolgt ist, sondern einen sechsfachen Faunenwechsel auf weise, wie aus dem von ihm gegebenen Profil hervorgeht: 6. Jüngster Schwemmlehm mit Xerophila ericetorum und Zebrina detrita usw. Alluviale Verlehmungszone. 5. Reiner äolischer Löß mit glazialer Fauna. 4. Jüngerer diluvialer Schwemmlehm; zu unterst mit gemäßigter Fauna: Eulota fruticum, Tachea hortensis, Helix pomatia usw. Jüngere diluviale Verlehmungszone. 3. Reiner äolischer Löß mit glazialer Fauna. 2. Älterer diluvialer Schwemmlehm mit Eulota fruticum, Tachea usw. Ältere diluviale Verlehmungszone. 1. Reiner äolischer Löß, stark verfestigt, mit spärlicher (glazialer?) Fauna. Durch die Fauna der Schicht 4 wird nach Menzel ,auf das schlagendste erwiesen; daß dieser Schwemmlehm und die unter ihm folgende Verlehmungszone (Göttweiger Verlehmungszone Bayers) aus einer Interglazialzeit, und zwar aus der letzten (Riß-Wurm) stammt, während der darüber lagernde äolische Löß sich in einem Abschnitt der Wurm-Eiszeit gebildet hat". Von der Schicht 2 sagt Menzel sehr vorsichtig: ,Es hat den Anschein, als ob hier ein zweiter Interglazialhorizont vorliegt. Doch bin ich meiner Sache noch nicht gewiß, so daß ich es nicht mit Sicherheit vertreten kann." Zum Schluß spricht Menzel die Ansicht aus, daß von hier, d. h. vom Donautal aus, ,am sichersten und klarsten eine Parallelisierung der alpinen mit den nordischen Vereisungen gelingen" werde. ...