Original paper

Über Vorkommen und Entstehung eines Talkschiefers in Uruguay und über seine partielle Verkieselung.

Walther, K.

Kurzfassung

Das im folgenden zu besprechende Vorkommen befindet sich in dem der argentinischen Hauptstadt am La Plata gegenüberliegenden uruguayischen Departement Colonia und zwar auf der Westseite eines Höhenrückens, genannt Cuchilla de San Juan, der sich in ungefähr nordsüdlicher Richtung gegen den genannten Strom zieht und die Wasserscheide zwischen den Arroyos (Bächen) de las Conchillas und Miguelete bildet (siehe die Skizze Figur 1). Man erreicht die nächstgelegene Ortschaft, die am gleichnamigen Bache gelegene englische Ansiedlung Conchillas, entweder von Buenos Aires zu Schiff oder von Montevideo zunächst mit der Bahn bis zur Departementshauptstadt Colonia, von wo täglich Postverbindung. Der geologische Bau des Departements ist ein verhältnismäßig einfacher und besteht aus einem kristallinen Grund- und einem jungtertiären bis diluvialen Deckgebirge. Ersteres erstreckt sich bei Puerto del Sauce, Conchillas und Carmelo nahezu und bei Colonia völlig bis an den La Plata und ist wegen der reichlich in ihm vorhandenen Biotitgranite (ausgedehnte Steinbrüche an den erstgenannten drei Orten) von praktischem Interesse. Die Ausfuhr des genannten Gesteines zum gegenüberliegenden Buenos Aires ist deshalb recht bedeutend. Als diesen Graniten zugehörig zu betrachten ist einerseits ein dickbankig abgesonderter, schmutzig grauer, sehr feinkörniger Granitporphyr, der das zu beschreibende Talkvorkommen begleitet. Es handelt sich, wie u. d. M. zu erkennen, um ein durch Quarz und Feldspat porphyrisches Gestein, dessen mikrogranitische Grundmasse aus Quarz, Ortho- und Plagioklas und reichlichem Magnetit besteht. Weiterhin sind noch lamprophyrische Nachschübe bemerkenswert, die teils in der Form von geringmächtigen Gängen, teils in größeren Massen in den Granitbrüchen von Conchillas gut aufgeschlossen sind. Sie haben ein durchaus basaltartiges Aussehen und verwittern stark. Die Untersuchung des Schliffes zeigt, daß ein Hornblende-Spessartit vorliegt. ...