Original paper

Über einige neue Funde aus dem Muschelkalk der Umgebung von Heidelberg. (Ptychites dux Gieb. und Velopecten Albertii (Goldf.) Philippi.)

Wurm, A.

Kurzfassung

I. Über ein Vorkommen von Ptychites dux Gieb. im Wellenkalk von Leimen: Im Frühjahr 1912 bekam ich Kunde von dem Funde eines großen, sehr gut erhaltenen Ptychiten aus dem Wellengebirge der Zementbrüche bei Leimen, südlich von Heidelberg. Der Ammonit wurde von einem Arbeiter gefunden und gelangte in den Besitz von Herrn Reallehrer Wagner in Heidelberg. Von diesem wurde mir das Stück freundlichst zur Bearbeitung überlassen, wofür auch an dieser Stelle der ergebenste Dank ausgesprochen sei. Da dieser Fund vermutlich der erste in Süddeutschland ist, lohnt es sich wohl, eine kurze Besprechung an ihn zu knüpfen. Nach den Angaben des Arbeiters konnte das genaue Lager des Ammoniten bestimmt werden. Es befindet sich 2,40 m unter der oberen Spiriferinenbank. Da ich hier von einer oberen Spiriferinabank rede, ist es vielleicht am Platze, einige Bemerkungen über die Stratigraphie des Wellengebirges anzufügen. Es ist das Verdienst des ausgezeichneten Muschelkalkkenners unserer Gegend, Herrn Redakteurs König, das Vorhandensein einer zweiten unteren Spiriferinabank im Wellenkalk festgestellt zu haben. Die obere Spiriferinabank war von jeher bekannt und schon früh in ihrer stratigraphischen Bedeutung gewürdigt worden. Die untere Spiriferinabank liegt nach meinen Messungen 12 m unter der oberen, also nur ungefähr 81/2 m über dem Buchihorizont. Inwieweit dieser unteren Spiriferinabank stratigraphische Bedeutung zukommt, laßt sich bis jetzt noch nicht übersehen. Jedenfalls gelang es mir, sie in den Weit ausgedehnten Brüchen der Zementwerke von Leimen überall nachzuweisen. Es muß übrigens hier hervorgehoben werden, daß schon Beneke in seiner Beschreibung der Umgebung von Heidelberg das Vorhandensein einer zweiten Spiriferinabank vermutete, sie allerdings nicht mit Sicherheit nachweisen konnte. ...